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Kommentar

Hände weg von meinen Drogen!
(Pub. Dezember 2003)
Publiziert am: 03.12.03 - Medienformen: Medienform Text


Alle wollen sie unsere Drogen. Die Eltern, die Arbeitgeber, die Polizei und die Staatsanwaltschaft.

Es ist ihnen egal ob sie die Krümel in der Hosentasche, im Schweiß, im Urin, im Blut oder im Speichel finden. Nach jedem Fitzelchen und Nanogramm geiern sie, als würde es nichts Wichtigeres auf der Welt geben.

„Wir wollen doch bloß helfen!“ heißt es immer. Aber diese Krümelchen sind für sie trotzdem von unschätzbarem Wert, denn sie sind Beweise. Beweise dafür, dass es ein Leben außerhalb festgetretener Pfade gibt. Und darauf scheinen sie zu lauern. Wie der „Bild Zeitung“-Leser, der jeden Tag nach neuen brachialen Schlagzeilen giert, brauchen all unsere Verfolger ihre Angst vor der Droge um sich selbst normal fühlen zu können. Und woher soll denn die Angst kommen, wenn’s Drogen nur noch in den Zeitungen gibt?

Deshalb wird im Moment überall getestet was das Zeug hält. Der Schweißtest Drugwipe ist schon seit längerem im (Polizei-)Einsatz. Im Frühjahr kommt noch ein Speicheltest dazu und die Pharma-Firma Ulti Med vertreibt seit neuestem den Allroundtest für besorgte Eltern.

Der testet nicht nur Körperflüssigkeiten, sondern auch „kontaminierte“ Oberflächen. Total planlose Eltern können ihn sogar noch befragen, wenn sie das volle Tütchen schon in der Hand haben. Keine dreißig Euro kostet er und „die Nachfrage ist enorm“, behauptet zumindest ein Firmensprecher.

Mal ganz davon abgesehen, dass da gehörig was schief gelaufen sein muss wenn Eltern zu solchen Maßnahmen greifen, ist der Test auch noch ziemlich unsicher. So kann er zum Beispiel keinerlei Halluzinogene nachweisen und verwechselt gerne Mohnbrötchen mit Heroin. Außerdem hat er eine Treffsicherheit von gerade einmal 95 Prozent - ein Schwangerschaftstest, der einen dermaßen im Unklaren lässt, hätte auf dem Markt keine Chance.

Und auf dieser wackeligen Grundlage entzündet sich dann der Generationenkonflikt. Ist das wirklich wünschenswert?

Ich hab mal gelernt, dass es manchmal besser ist, man weiß von nix. Und das empfehle ich auch all den besorgten Eltern da draußen. Steckt eure Nase nicht in Dinge die euch nichts angehen. Zumindest solange ihr nicht akzeptieren könnt, was da passiert. Denn es ist so verdammt einfach, genau die falsche Wirkung zu erzielen!

Drogenkonsum gehört zur Privatsphäre. Deshalb: Keine Macht den Drogendieben! Auch nicht, wenn es nur um ein Nanogramm geht.

Autor: Martin Schwarzbeck

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