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Neues vom Drogenkrieg

(Pub. Dezember 2003)
Publiziert am: 03.12.03 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 03dezember artikel

Ein chinesischer Kaiser hatte einst geschworen, alle seine Feinde zu vernichten. Später sah man ihn mit seinen Gegnern speisen und scherzen. „Wolltest du nicht deine Feinde vernichten?“, wurde er gefragt. „Ich habe sie vernichtet“, gab er zur Antwort, „denn ich machte sie zu Freunden.“
Diese Anekdote erzählt der Schweizer Pfarrer Urs Boller in seinem schönen Buch „Tüchtige und Süchtige – Grundlegenden zu Sucht und Drogen“ (Theologischer Verlag Zürich, 1995) und verknüpfte damit die Erwartung, doch den Drogenkrieg endlich zu beenden. Der sei ohnehin ein Krieg gegen die eigenen Schattenseiten.

Doch die Drogenkrieger hören auf diese Töne weniger denn je, schon gar nicht die Chinesen. Dieser Herbst unseres Missvergnügens hatte einige „Konferenzen“ auf der Agenda, die der Einübung neuer Grausamkeiten dienten.

Den Haag
„Amsterdam ist das Kolumbien der synthetischen Rauschgifte.“ US-Senator Mark Souder/Indiana.

Die Mutter dieser Konferenzen gab sich im Kurhaus (!) von Den Haag die zweifelhafte Ehre.; „special agents“ aus 22 Ländern hatten sich im XTC-Land versammelt, um die knallharte Bekämpfung der Massenvernichtungsmittel“ zu besprechen.

Von XTC ist die Rede. „Massenvernichtungsmittel“. Und: „XTC–Produktion ist vergleichbar mit Terrorismus.“ Nach mehr länderübergreifender Zusammenarbeit wurde gerufen und das „Hauptproblem“ fixiert: dass in den Niederlanden die weitaus meisten Designerdrogen hergestellt werden, die Grundstoffe PMK und BMK aber in China (wo sie zur Kosmetikherstellung benutzt werden). Zwar ist der Import verboten, doch der Schmuggel blüht.

Der Chinese Q. Wang von der „Nationalen Drogenkontroll–Kommission“ beklagte, dass es zwischen diesen beiden Ländern keine strafrechtliche Zusammenarbeit gebe, wegen der Menschenrechts-Situation in China. „So kann ein XTC-Schmuggler in China zum Tode verurteilt werden. Meine niederländischen Kollegen haben damit kein Problem.“ Aber die Humanitätsdusler in der Regierung. Wie lange noch?

Wang teilte sich den Part des Ober-Hardliners mit Anthony Placido, Drogenagent aus New York. Hatte es Kumpel Wang mit der Todesstrafe, warb der Yankee für mehr Undercover-Agenten. Auch er hatte die „Massenvernichtungswaffen“-Rhetorik drauf. „Der 11.9. verursachte beinahe 3.000 Tote, aber jährlich sterben in den USA 19.000 Menschen durch synthetische Drogen.“ Auch er forderte die Niederländer auf, die Strafen für Drogenhändler drastisch zu erhöhen und demonstrierte die US-Obsession für das Wundermittel „Undercover“

Dublin
Auf der Ministerkonferenz über Drogen in Dublin sah es wieder ganz anders aus. Da sprach sich der Schweizer Bundespräsident Couchepin und sein Direktor des Bundesamtes für Gesundheit, Thomas Zeltner, ohne Wenn und Aber für die Entkriminalisierung des Cannabis-Konsums aus. Und bildete, mit dem Niederländer Bob Keizer, den liberalen Gegenpol zu dem repressiven Verhalten von UN (der Italiener Costa nannte das Schweizer Modell „Kapriolen eines superreichen Landes, ein eigenartiges Experiment“, das er keinem empfehlen wolle) und EU (der Kommissar Byrne plädierte kategorisch für „Abschreckung“).

Doch die Karawane zieht weiter: die „NZZ“ hebt hervor, dass „die Schweiz von zahlreichen Befragten als innovatives, mutiges Land bezeichnet wurde“ und verbindet mit der Tatsache, dass die Niederlande ab sofort den Vorsitz dieser „Pompidou-Gruppe“ übernehmen, die Erwartung, dass demnächst mit undogmatischer (Drogen-)Politik zu rechnen sei.


Autor: Bernd Fallen

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