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Pill Testing, der sichere Weg

(Pub. Dezember 2003)
Publiziert am: 03.12.03 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 03dezember artikel Pill Testing, der sichere Weg XTC

Einen wesentlichen Faktor für die Gesundheitsgefährdung beim Konsum von Drogen bildet vielfach die Unklarheit über die genaue stoffliche Zusammensetzung der unterschiedlichen Substanzen.

Warum gibt es immer noch kein Drug-Checking in Deutschland? Warum sehen Politiker immer noch zu, wenn Menschen sich nichtsahnend Pillen schmeißen müssen? Genau diese Fragen wurden am Freitag, dem 26. September, im Frankfurter Kultclub U60311 zusammen mit dem Alice The Drug and Culture- Project geklärt.

Kai Guthke, Rechtsanwalt und im Vorstand von Drogennotruf e. V., stellte zunächst die Ergebnisse einer EU-Forschungs-Studie (Wien, Amsterdam & Hannover) vor. Die Verantwortlichen kommen zu dem Ergebnis, dass es keinen zusätzlichen Konsumanreiz durch das Pill Testing gebe. Die Konsumenten gehen dort, wo die Möglichkeit zum Pill Testing besteht, bewusster und vorsichtiger mit der Droge um - was sowohl die Art und Weise des Konsums wie auch die eingenommenen Mengen betrifft. Auch werden durch das Testen vor Ort schneller gefälschte Pillen mit zum geringen Teil sehr gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffen entdeckt. Wer kann sich nicht an die Durchsagen auf der Love Parade oder Nature One erinnern: „Vorsicht vor Pillen mit xy-Aufdruck, es gab bereits mehrere Leute mit Kreislaufproblemen.“ Gerade erfahrene User werden zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Ecstasy angeregt. Dies ist natürlich nur möglich, wenn der User weiß was und wie viel in der Pille drin ist. Vor Ort kann getestet werden ob überhaupt MDMA in der Pille ist. Anschließend können die Pillen im Labor quantitativ untersucht werden und das Ergebnis z. B. anonym per Telefon mitgeteilt werden. Dies hat den Effekt, dass auch die Dealer die Möglichkeit haben ihr Material zu testen. Denn wer möchte schon für gefährliche Pillen verantwortlich sein, bzw. seine Kunden verlieren wenn´s herauskommt.

Da Pill Testing zu einem sichereren, bewussteren Umgang mit XTC führt, weniger konsumiert wird und weniger Gefahren durch giftige Ersatzstoffe drohen, warum gibt es das nicht schon längst in allen größeren Städten Deutschlands?
Frank Günther, Projektleitung Alice (Frankfurt), setzt sich bereits seit Jahren für die Einführung des Drug-Checking ein, also für das Analysieren der Inhaltsstoffe von Drogen und die Veröffentlichung der Ergebnisse. Es wurden entsprechende Anträge an die Behörden gestellt und jedes Mal ohne ausführliche Begründung abgelehnt. Leider darf in Deutschland niemand mit den illegalisierten Substanzen des BtmGs in Berührung kommen. Also dürfen die Pill Tester die Pillen nicht berühren, weil man sich sonst des Besitzes strafbar macht, zumindest in Frankfurt.

Das es auch anders gehen kann zeigt uns Drobs (Drogenberatungsstelle) Hannover. Sie haben Jahre lang Pill Testing angeboten. Leider ist es zu einem Regierungswechsel gekommen und sie mussten das Projekt einstellen. Dies zeigt deutlich, dass es durchaus rechtlich möglich ist Pillen zu testen, dass die Umsetzung aber meist an der Blockade der politischen Entscheidungsträger scheitert.

Apotheken dürfen Proben zur qualitativen Untersuchung annehmen, allerdings muss bei der Abgabe gesagt werden, auf welche Substanz getestet werden soll. Leider ist diese Dienstleistung freiwillig und kann von den Apotheken verweigert werden. Ein Test kostet etwa 30 Euro und bestätigt nur , dass z. B.MDMA drin ist, nicht wie viel oder welche anderen Stoffe ebenfalls enthalten sind. Eingeführt wurden diese Tests um besorgten Eltern eine Möglichkeit zur Kontrolle geben zu können, ohne dass sie die eigenen Kinder anzeigen müssen. Aber natürlich kann jeder einen solchen Test verlangen . . . (Anm. d. Red.: Und das sollte jeder tun. Zeigt den Apotheker/innen, dass es Interesse an diesen Tests gibt und fordert eine Begründung, falls er/sie sich weigert und schickt möglichst Berichte vom erlebten an: redaktion@hanfjournal.de, wir werden darüber in den nächsten Ausgaben berichten).

Dr. Christian Steup, Pharmazeut bei der THC Pharm (Hersteller von synthetischem THC (Dronabinol)) referierte über die praktische Seite des Pill Testings: Methoden, Testverfahren, Stoffkunde. Toleranzbildung , Nebenwirkungen und gefährliche Streckmittel die in Proben gefunden wurden, z. B. PMA, waren wichtige Themen.
Insbesondere die Merkmale der verschiedenen Pillen wurden behandelt. Pillen werden gefälscht zur Verkaufszahlensteigerung. Meist sind dies harmlose Placebos oder auch Amphetamin, Coffein etc. Gefährlich wird es, wenn z. B. das genannte PMA enthalten ist. Das langsamere Einsetzen der Wirkung beim PMA, verführt zum „Nachschmeißen“ und verstärkt somit die gesundheitlichen Risiken. Im Internet kann man zumindest die eigene Pille mit einer „Böse-Pillen-Liste“ vergleichen. Dazu gibt es Angaben zu Größe, Gewicht, Farbe, Bruchkanten usw. Diese Liste wird ständig erweitert und aktualisiert.
Um gefährlichen Plagiaten vorzubeugen, werden nur die „Bösen-Pillen“ veröffentlicht.
Autor: Sokratis Zacharopolus

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