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Deutschland sichert Drogenhandel

Bundeswehreinsatz in Afghanistan produziert seltsame Blüten
(Pub. Dezember 2003)
Publiziert am: 03.12.03 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 03dezember artikel Deutschland sichert Drogenhandel Bundeswehreinsatz in Afghanistan produziert seltsame Blüten

Im Oktober 2003 brachte der Opiumbericht für Afghanistan des UN-Büros für Drogen und Kriminalität (UNODC) folgende Fakten:

2003 wurden in Afghanistan 80.000 Hektar Schlafmohn angebaut und 3.600 Tonnen Opium geerntet. Das sind 200 Tonnen mehr als 2002 und fast das 20fache der 2001 unter dem repressiven Taliban-Regime produzierten Menge. 1,7 Millionen Afghanen leben vom Opiumanbau, das sind sieben Prozent der Bevölkerung. 75 Prozent der Welt-Opium-Produktion kommt aus dem Land am Hindukusch.

Das Einkommen der Opiumbauern und -händler wird auf 2,3 Milliarden Dollar geschätzt, das entspricht der Hälfte des offiziellen Bruttoinlandsprodukts von Afghanistan.

Solche Aussagen sind mit Vorsicht zu genießen. Denn oft werden bei derartigen Zahlenspielen europäische Schwarzmarktpreise zugrundegelegt, um anhand möglichst hoher Zahlen eine möglichst große Bedrohung beschwören zu können. In einem Land, in dem das Kilo Haschisch 12 Dollar kostet, kann aber auch das Opium nicht sonderlich gewinnbringend vermarktet werden. Der „Spiegel“ spricht von 120 Dollar pro Kilo auf dem Markt in Argu, einer Stadt, von der aus das Opium ohne große Umwege ins Ausland geht. Und selbst wenn man das Kilo mit 200 Dollar Gewinn veranschlagt, bleibt nicht einmal eine Milliarde Dollar in Afghanistan.

Die Region Kundus gehört zu den drei größten Anbaugebieten des Landes. In diese heitere Region schickt Deutschland nun seine Soldaten im Rahmen der Erweiterung von „enduring freedom“. Allerdings ganz ausdrücklich ohne den Auftrag, den Opiumhandel zu bekämpfen. Der wird bei dem Versuch, den Wiederaufbau in der Region zu sichern, stillschweigend toleriert werden. Und das obwohl die zukünftige Sicherheit Afghanistans elementar davon abhängt die Hoheit über den Opiumanbau den Warlords zu entreißen.

Von all dem Geld, das die UNODC da hochrechnet, bleibt nämlich maximal die Hälfte den Bauern, der Rest wandert in die Armeen der Warlords, die den Handel organisieren und ihre hohen Posten zum unbehelligten Schmuggel benutzen.

Der Machthaber in Deutschlands zukünftigem Sorgenkind nennt sich Mohammed Fahim und ist irritierenderweise auch Afghanistans Verteidigungsminister. Er kontrolliert mit seiner Privatarmee den Schlafmohnanbau in Teilen der Provinz Kundus.

Antonio Maria Costa, Direktor des UN-Büros sieht eine weitere Gefahr: „Die Terroristen nehmen sich auch ihren Teil: je länger das dauert, desto größer wird die Bedrohung der Sicherheit.“ Ja, ja, mal wieder Terrorangst als Legitimation von wenig durchdachten Haudrauf-Methoden. Paranoide Warnungen vor dem Drogenstaat, dessen einzig gefährliches Element die Warlords sind, die ihre Einkünfte aus eben dieser paranoiden Geisteshaltung unserer Gesellschaft beziehen.
Natürlich, wir müssen uns mal wieder vor den Terroristen schützen.

Wir hätten dagegen eine wirklich prima Idee zu liefern: Einfach Opium in Afghanistan legalisieren! Da freuen sich nicht nur die afghanischen Opiumbauern, die das Zeug endlich mal zu angemessenen Preisen verkaufen könnten, sondern auch die deutschen Soldaten, die mal was Sinnvolles tun können, nämlich beim Verladen helfen. Und die Warlords, die können einpacken, denn die haben dann keine Kohle mehr. Die kriegt die afghanische Regierung und baut davon hübsche Kindergärten und vielleicht ’ne S-Bahn oder so was.

„Und was ist mit dem Opium?“ fragt ihr euch bestimmt. „Das schadet doch trotzdem?“ Na, ja, wenn es das wirklich tut, weil es im Zielland illegal ist und deshalb verpanscht wird, dann tut es das auch, wenn es nicht aus Afghanistan kommt. Denn irgendwo kommt es immer her!

Autor: Martin Schwarzbeck

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