Hanf Journal Logo Teil 1
Hanf Journal Logo Teil 2
*
  SITEMAP
 
  * Rubriken
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

*
 
*
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-

*
 
*
-
-
-

news
Druckversion

No Hope for Dope in Nevada

Ein Gesetzesvorschlag für eine Cannabislegalisierung im US-Bundesstaat Nevada ist gescheitert.
Publiziert am: 19.12.02 - Medienformen: Medienform Text


Ein drogenpolitischer Reformvorschlag konnte sich bei der Volksabstimmung in Nevada mit 39% zu 60,7% der Stimmen nicht durchsetzen. Die Gesetzesinitiative sah vor, den Besitz von bis zu drei Unzen (ca. 85 Gramm) Cannabis für Erwachsene ab 21 Jahre zu legalisieren. Der Vorschlag stammte von „Nevadans for Responsible Law Enforcement“ (NRLE), einer Tochterorganisation von „Marijuana Policy Project“. Diese Lobbyorganisation mit Sitz in Washington D.C. setzt sich bereits seit Mitte der 90er Jahre für eine Reform der amerikanischen Cannabispolitik ein. Die NRLE hatte es geschafft, ca. 107.000 Unterschriften für die Zulassung zur Volksabstimmung zu sammeln. Die Initiative hätte weiterhin ein Verbot von Cannabiskonsum in der Öffentlichkeit und Strafen für Besitz bei Minderjährigen oder bei Verkauf an Minderjährige vorgesehen.
Wäre die Initiative der NRLE angenommen und in zwei Jahren nochmals bestätigt worden, wie das bereits bei einer Initiative zur Legalisierung von Cannabis als Medizin der Fall war, dann wäre Cannabis in Nevada legal geworden.
Vom 19. Oktober bis ersten November und zusätzlich am fünften November hatten die Bürger Nevadas die Möglichkeit, ihre Stimme für oder gegen eine Legalisierung von Cannabis abzugeben. Und die Chancen standen bis zum endgültigen Ergebnis gar nicht schlecht. Denn eine Umfrage im Vorfeld der Abstimmung hatte ergeben, dass sowohl 46% der Stimmberechtigten dafür als auch dagegen waren. 8% waren hingegen noch unentschieden. Überraschenderweise sprach sich sogar die größte Polizeiorganisation des Bundesstaates, Nevada Conference of Police and Sheriffs (NCOPS) für den Cannabisentwurf aus. Der NCOPS-Vorstand unterstützte die Cannabislegalisierung einstimmig.
Dass das Ergebnis dennoch so deutlich ausfiel, ist schwer erklärbar. Eine Möglichkeit ist die Schmutzkampagne von einer Gegnergruppe der Cannabislegalisierung. Der stellvertretende Bezirksstaatsanwalt und Sprecher der betreffenden Gegnergruppe, Gary Booker hatte zusammen mit dem Abgeordneten Joe Neal behauptet, dass einer der größten Spender von NRLE, Kontakte mit der südamerikanischen Drogenmafia pflege. Als „Beweis“ für ihre Anschuldigungen konnten beide lediglich einen Newsletter des amerikanischen Rechtsextremisten Lyndon La Rouche angeben. Die Abgeordnete und Sprecherin von NRLE Chris Giunchigliani wies diese Anschuldigung zurück. Daraufhin musste Gary Booker sein Amt niederlegen. (Das Hanf Journal berichtet darüber bereits in einer vergangenen Ausgabe) Auch andere Reformgegner warben für ein weiteres Verbot von Cannabis. So besuchte der „Drogenzar“ John Walters wenige Tage vor der Abstimmung Las Vegas und Reno, die beiden größten Städte von Nevada.
So konnte trotz der Unterstützung durch die Polizei der Großteil der Bevölkerung Nevadas von einer Cannabisreform nicht überzeugt werden. Vielleicht haben sich die Amerikaner auch nur mal wieder verzählt, so was soll da ja ab und zu vorkommen.
Autor: Katrin Schmidberger

Mehr zum Thema:

Diskutiere das Thema im Hanf Journal Forum

Versenden: Artikel drucken Druckversion Versenden: Artikel bookmarken bei einem ServiceBookmark it!

Mehr zum Thema:

- Diskutiere das Thema im Hanf Journal Forum

 
*
 Aktuelles HanfJournal
-