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Kava Kava - Das neue Feindbild

Im Schußfeld: Piper methysticum
Publiziert am: 19.12.02 - Medienformen: Medienform Text


Eine vom deutschen Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) betriebene Antipropaganda und eine gezielte, auf Unwissenheit basierende Fehlinformation der Medien führte am 14. Juni 2002 zur Illegalisierung einer von Gott gegebenen Pflanze. Allen Kava-Kava-Präparaten wurde vom BfArM die Arzneimittel-Zulassung entzogen. Grundlage hierfür sind die Bestimmungen des § 30 Abs.1 i.V.m. § 25 Abs.2 Nr 5 sowie § 39 Abs.2 Nr. 4 des Arzneimittelgesetzes.

Es geht um Piper methysticum. Auch bekannt als Rauschpfeffer oder Kava-Kava. Piper methysticum, eine Pfefferart, ist eine Heilpflanze mit langer Tradition und mancherorts tiefer kultureller Verwurzlung. Das hauptwirksame psychoaktive und medizinisch wirksame Kavapyron (=Wirkstoff) im Rauschpfeffer nennt sich D, L-Kavain. Das Medikament wird phytotherapeutisch gegen Angstzustände und Depressionen eingesetzt. Aufgrund einer angeblichen Leberschädigenden Wirkung wurden in Deutschland alle Kavain-haltigen pharmazeutischen Produkte, einschließlich der homöopathischen Präparate bis Konzentration D4 auf die schwarze Liste gesetzt und verboten. Seit etwa 3000 Jahren wird Kava-Kava in Polynesien und Mikronesien konsumiert, ohne dass skandalträchtige Statistiken oder Belege einer hohen Toxizität bzw. einer letalen Dosis vorlägen. Im November 2001 begann in Deutschland die vom BfArM angeleierte Hetzjagd auf den Rauschpfeffer, die den Medien gerade recht kam und die bis zum heutigen Tage feierlich fortgeführt wird.

Dem BfArM lagen 24 Verdachtsfälle bezüglich Leberschädigender Auswirkungen durch Kavain vor. Demgegenüber stehen insgesamt ca. 250 Millionen verkaufte Kava-Kava-Einheiten. Wie schon so oft, wurde aus dieser Mücke schnell ein Elefant. Die Presse-Boliden Stern und Focus gaben sich, ähnlich anmaßend wie von der neuzeitlichen europäischen Hanf-Prohibition bekannt, schenkelklopfend ein Kava-Kava-Stelldichein und ließen ihre Leser einmal mehr rauschgift- bzw. medizinbedingt zittern. Fachblätter wie das Arznei-Telegramm verunsicherten sogar Apotheker, Ärzte und Therapeuten so sehr, dass industrielle Kava-Produzenten einen nicht wieder gutzumachenden Schaden erfuhren. Doch es geht auch anders: Tierversuchsbasierte Studien (siehe Literaturangaben 1,2 und 3) ergaben durchweg positive Ergebnisse zum Wirkungsspektrum des L-Kavain. Es sei als Hypnotikum (Schlafmittel), Analgetikum (Schmerzmittel), Spasmolytikum (Krampflöser) und Sedativum (Beruhigungsmittel) einsetzbar. Außerdem wirke es in der Langzeittherapie depressionshemmend und helfe gegen einige kleinere Leiden wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Herzklopfen. Nebenwirkungen werden explizit ausgeschlossen. Andere Studien belegen allerdings für den humanmedizinischen Bereich das Gegenteil: Kavain sei nur für Tiere nebenwirkungsfrei. Für Menschen sei der Wirkstoff stark leberschädigend, könne die Parkinsonsche Krankheit auslösen, erzeuge Hautausschläge und andere Übel. Viele der Konsumenten litten an Leberfunktionsstörungen. Auch die eingeborenen Polynesier seien davon nicht ausgeschlossen gewesen. Außerdem seien gefährliche Wechselwirkungen mit den indikationsgleichen Benzodiazepinen (Valium®, Rohypnol® u.a.), die bis zum Koma reichen, beobachtet worden. Schlussendlich wird von Seiten des BfArM eine generelle Wirksamkeit der Kava-Kava-Medikamente in Frage gestellt.

Hier begegnen wir wieder diesem Ungetüm namens Panikmache, welches aufgrund einer nicht sauber recherchierten Meldung die ganze Palette an Horrorszenarios von leidenden, sterbenden Konsumenten zur Schau stellt. In 10 Jahren traten von etwa 250 Millionen in Deutschland verabreichten Tagesdosen ethanolischen Kavaextrakts von 24 Verdachtsfällen bei zwei Patienten ernsthafte Leberbezogene Komplikationen auf, wobei einer dieser beiden beabsichtigt eine Überdosis konsumierte. Fakt ist, dass Benzodiazepine statistisch gesehen über 200-mal so leberschädigend wirken wie Kava-Kava-Präparate. Und obgleich diese Psychopharmaka, im Gegensatz zu Kavain, ein unvergleichbar hohes Abhängigkeitspotenzial besitzen, kam niemand jemals auf die Idee, Valium und Verwandte zu verbieten.
Autor: Markus Berger

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