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Adieu A.H.E.U.

Europäischer Hanfverband löst sich auf
(pub. februar 03)
Publiziert am: 01.02.03 - Medienformen: Medienform Text


Lange Zeit gab es Deutschland nur die Vision eines Wirtschaftsverbandes für die Hanfbranche. Doch vor gut einem Jahr wurde dies alles anders. Innerhalb kürzester Zeit gründete sich zwei verschiedene Hanfverbände. Zwei verschiedene Ansätze für die Schaffung einer starken Lobby für die Hanfindustrie. Einer von beiden, der A.H.E.U. (Arbeitsgemeinschaft der Hanfwirtschaft in Europa) wurde nun im Januar wieder aufgelöst. Bedauerlich, denn einige hatte viel Engagement und Zeit investiert, ihn aufzubauen.
Der junge Verband, der sich erst im April 2002 mit Hauptsitz in Bochum gegründet hatte und aus drei Mitarbeitern bestand, wollte sich in erster Linie die professionelle Darstellung des Wirtschaftspotentials der Hanfpflanze zur Aufgabe machen. Das Angebot des Vereins richtete sich insbesondere an Unternehmen aus den Bereichen Erzeugung, Produktion, Handel und Dienstleistung sowie Organisationen und Verbände.
Das Konzept des Verbandes sollte ein basisdemokratischer Aufbau sein, der von dem Engagement und der Unterstützung seiner Mitglieder geprägt sein sollte. Doch genau dies lies ihn wohl endgültig scheitern. Auf der Mitgliederversammlung im Dezember 2002 sollte beraten werden, welche Themen bearbeitet, wie Lobbypolitik betrieben und welches Team es leisten soll. Doch genau dazu sollte es nie kommen.
Bei der Jahresmitgliederversammlung erschien nicht einmal ein Mitglied. Dazu kamen noch interne Personalprobleme und schon sah sich A.H.E.U. gezwungen, ihre Verbandsarbeit niederzulegen. Dies ist umso bedauerlicher, wenn man bedenkt, dass die bisherigen Organisatoren sich nur um strukturelle und interne Probleme kümmern konnten. Zu einer aktiven Arbeit nach außen sind sie leider nie gekommen.
In dem Schreiben an die Mitglieder zeigt sich A.H.E.U. besonders verärgert über die mangelnde Bereitschaft der Zusammenarbeit: „Besonders schade finden wir, dass es in unserer vergleichsweise jungen ... Branche keinerlei „Wir packen es an“-Mentalität zu geben scheint, ebenso wenig solidarischen Zusammenhalt ... Diese Lethargie liegt weiterhin wie Mehltau über der Branche und steht einer dynamischen und positiven Entwicklung der Hanfwirtschaft im Weg“. Ein Urteil, das zeigt, wie verbittert die Aktivisten über die mangelnde Arbeitsbereitschaft der Mitglieder reagieren.
Doch ob das Urteil, das A.H.E.U. fällte, wirklich zutrifft, ist umstritten. Ist es nicht in jedem Verband so, dass die meisten Mitglieder passiv teilnehmen? Kaum ein Verband, eine Partei oder ein Verein kann sich über die zu große Anzahl aktiver Mitstreiter beklagen. Das kein einziges Mitglied erschienen ist, ist bitter. Dass ohne Mitgliedermeinung keine Basisdemokratie möglich ist, ist klar.
Der zweite und um wenige Monate ältere Wirtschaftsverband, der Deutsche Hanf Verband (DHV) macht weiter. Über mangelndes Feedback kann er sich auch nicht beklagen. Georg Wurth, der Geschäftsführer des DHV beurteilte in einer Mail an die Mitglieder die bisherige Arbeit positiv: „Wir meinen, der DHV hat bisher mit knappen finanziellen und personellen Mitteln einiges geleistet. Das soll noch besser werden.“ Von der Bilanz her ist diese Einschätzung wohl auch nicht zu leugnen. Aktionen zu den Koalitionsverhandlungen, Gespräche mit Regierungsmitgliedern, Schreiben an Landesregierungen und Unterstützung der Mitglieder, beispielsweise durch günstige Hotelangebote zur CannaTrade.ch 2003, zeigen, dass der als Firma organisierte Verband schon längst die Arbeit aufgenommen hat.
Die Diskussion um Sinn und Unsinn von zwei Verbänden ist erstmals vorbei. Der DHV wird seine Arbeit fortsetzten und versuchen, möglichst viele Firmen mit an Bord zu holen. Wie viele von der Organisationsform „Firma“ abgeschreckt werden, wird sich noch zeigen. Eines ist jetzt schon klar, die Firma bietet die Chance mit möglichst wenig Strukturaufwand möglichst viel Lobbypolitik zu leisten. Denn es ist nichts bedauerlicher, als wenn sich gute und vernünftige Menschen engagieren und die meiste Zeit intern verpufft.
Das Hanf Journal bedankt sich auf diesem Wege bei den aktiven des A.H.E.U. und hofft, dass die Frustration bald in Aktivität gegen die Repressionen und nicht gegen die Hanfszene umschlägt.

Autor: Werner Graf

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