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Angebotsreduzierung ist wirkungslos

Neue kanadische Studie zeigt Unwirksamkeit von Drogenverboten
(pub. februar 03)
Publiziert am: 01.02.03 - Medienformen: Medienform Text


In Kanada scheint derzeit das Thema Drogen auf der Tagesordnung zu stehen. Kaum ein Monat ohne neue Erkenntnisse, Studien oder Forderungen im Bezug auf Drogen aus Kanada. Nun ist eine Langzeitstudie erschienen, die sich mit der Wirksamkeit des strafrechtlichen Verbotes von Drogen, insbesondere von Beschlagnahmungen, beschaeftigt. Eine durchaus interessante und wichtige Studie.

Begonnen hat die Studie schon im Jahre 1996. Die Autoren beobachteten dazu über 1400 injizierende Drogenkonsumenten in Vancouver und stellten ihnen dabei regelmässige Fragen zum Konsumverhalten, zu den Drogenpreisen oder zu ワberdosierungen. Das Ergebnis ist erstaunlich und fuer die Polizei wohl deprimierend, wie folgendes Beispiel belegen kann. Der 02.09.2000 ist ein historischer Tag in der Geschichte der Drogenprohibition in Kanada. An diesem Tag gelang es der Polizei in Vancouver die groesste Menge an Heroin in der kanadischen Geschichte zu beschlagnahmen. Stolze 100 kg hochreines Heroin kamen in ihren Besitz. Das ist fast soviel wie die 113 kg Heroin, die der amerikanische Zoll im Verlauf des gesamten Jahres 2000 an der mexikanischen Grenze abfing. Die Polizei und die Politik versprachen sich von dieser erfolgreichen Aktion steigende Preise fuer die Droge, was Jugendliche vom Konsum abhalten wuerde, sowie eine Abnahme von Ueberdosisfaellen nachsich ziehen sollte. Diese Hoffnungen wurde jedoch, wie die Studie belegt, nicht erfuellt.
Dr. Martin T. Schechter von der Abteilung fuer Gesundheitswesen und Epidemiologie der Universitaet von British Columbia und seine Kollegen liessen speziell die Wochen und Monate vor und nach der Beschlagnahmung analysieren, um festzustellen, welche Auswirkungen tatsaechlich stattfanden. Das Ergebnis ist fuer jeden Prohibitions-Befuerworter beschaemend. Es gab keine Veraenderungen bei der Konsumhaeufigkeit, bei der Haeufigkeit von ueberdosierungen und bei injizierenden Konsummustern. Die Kokainpreise blieben weiterhin stabil und der mittlere Heroinpreis im 30-Tage-Vergleich vor und nach der Beschlagnahmung fiel sogar um ein Fuenftel. Selbst ein laenger ausgewerteter Zeitraum zeigte ein Fallen des Heroinpreises.
Positive Effekte des groessten Heroinfangs Kanadas konnten nicht festgestellt werden. Ein Schlag ins Gesicht fuer alle die weiterhin an Verboten festhalten wollen, denn laut dieser Studie finden keine positiven Effekte durch ein Verbot statt. Deshalb hinterfragt auch die Schlussfolgerung der Studie, wie sinnvoll ueberhaupt eine Strategie ist, die knappe finanzielle und personelle Ressourcen vor allem auf den Versuch konzentriert, das Angebot zu reduzieren. Sie empfehlen stattdessen eine Verlagerung der Mittel weg vom Strafrecht und hin zu Praevention, Therapie und Schadensminimierung.
Autor: Werner Graf

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