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Die A.R.S.E.C.

Sevilla oder Wie´s auch gehen kann
(pub. februar 03)
Publiziert am: 01.02.03 - Medienformen: Medienform Text


Die Spanier haben´s gut: Hanfkonsum in privaten Räumen ist auf der iberischen Halbinsel legal. Und da Vereinsräume in diese Kategorie fallen, eröffnen sich für spanische Hanfclubs Möglichkeiten, von denen die mitteleuropäischen Hanfaktivisten nur träumen können.
In beinahe jeder größeren spanischen Stadt besteht ein Hanfverein, meist ein Ableger der A.R.S.E.C. (Asociación Ramón Santos para los Estudios del Cannabis), deren erster Vertreter sich Anfang der neunziger Jahre in Barcelona formierte. Im Februar dieses Jahres gesellte sich die A.R.S.E.C. Sevilla hinzu, entstanden aus einer Handvoll Leuten, die sich im Oktober 2001 zum ersten Mal in einer Bar trafen. Was dieser Verein in seinem ersten Jahr geleistet hat, ist wirklich beachtlich.
Die offizielle Eintragung als Verein im Februar 2001 ermöglichte die langersehnte Übersiedelung ins eigene Clublokal in der Calle Àlvaro Bazán. Zuvor hatte man sich für die Treffen mit Bars, Cafés und sogar besetzten Häusern begnügen müssen. Die zwei Etagen mit je 100m2 und je vier Metern Höhe wurden mit viel Geduld renoviert und beherbergen nun Küche, Bühne, Bar, Büro und Gemeinschaftsraum. Hier werden Hanfdokumentationen gezeigt, Vorträge zum Thema Anbau indoor/outdoor, Schädlinge oder medizinische, rechtliche und industrielle Aspekte des Hanf gehalten, es finden Hanfkochworkshops statt, man lernt, wie man sein eigenes Hanföl erzeugt und sogar eine Stecklingstauschbörse gibt es.
Jeden Montag können Betroffene bei einem Rechtsanwalt Rat suchen, der Verein unterstützt derzeit 13 Personen mit Rechtsproblemen. Mitgliedern wird während eines Verfahrens kostenlos ein Rechtsanwalt zur Verfügung gestellt.
Der Freitag gehört den DJs und DJanes, aber auch an den anderen Tagen finden häufig Konzerte statt. Langfristiges Ziel des Vereins ist es, das Clublokal als alternatives Kulturzentrum in Sevilla zu etablieren. Die Rechtslage hilft bei diesem Unterfangen kräftig mit: Wer einen Mitgliedsausweis besitzt, darf in Lokalathmosphäre bei Livemusik legal Hanf konsumieren, und hat dabei noch dazu die Möglichkeit, mit Gleichgesinnten Wissen, Erfahrung und Kostproben der eigenen Ernte auszutauschen. Die Grower unter den Mitgliedern konnten sich letzten Oktober erstmals beim Hanfwettbewerb „La Semillita 2002“ messen oder von 15.-17. November beim Erntedankfest durch die verschiedenen Hanfsorten durchkosten.
Auch außerhalb der Clubräume ist man aktiv: Infotische bei Alternativmessen mit Verkostung von Hanfmagdalenas und –keksen, die monatliche kostenlose Clubbroschüre oder die Partizipation bei der jährlichen „Cannabis-Parade“ in Tarifa sind nur einige wenige Beispiele.
Die A.R.S.E.C. Sevilla umfasst, nach nicht einmal einem Jahr Bestehen, bereits mehr als 300 Mitglieder. Mit einer solch massiven Rückendeckung hat man sich für 2003 große Ziele gesteckt, etwa die Mitarbeit am Aufbau einer landesweiten Koordination der spanischen Hanfvereine oder den Ausbau der Zusammenarbeit mit anderen sevillanischen Vereinen, um das Thema Hanf verstärkt in den Alltag zu integrieren.
Der Feuereifer, mit dem dieser bunt zusammengewürfelte Haufen aus Studenten, Künstlern, Architekten, Lehrern, Anwälten etc. aller Altersstufen bei der Sache ist, lässt keinen Zweifel daran, dass sie daran glauben, das erreichen zu können, was Faustino, ein Gründungsmitglied, so formuliert: „Genussmittelkonsum kann und darf kein Delikt sein.“

Autor: Claudia Greslehner

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