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2002: Weniger illegale Tote

Die Zahl der Menschen, die wegen des Konsums von illegalen Drogen gestorben sind, ist im Jahr 2002 stark gesunken. (pub. februar 03)
Publiziert am: 01.02.03 - Medienformen: Medienform Text


Nur noch 1397 Personen wurden registriert. Das sind gut 20 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Ursachen sind schnell in den verbesserten Hilfsangeboten speziell für Heroinabhängige zu finden.

Die Zahl soll eigentlich erschrecken und aufzeigen wie böse und gefährlich illegale Drogen sind. Und dazu wird sie auch jedes Jahr aufs neue ermittelt und in großen Lettern auf häufig verkaufte Zeitungen gedruckt. Die Zahl der Drogentoten. Was sogar linke Zeitungen wie die Junge Welt verschweigen: Es handelt sich hier nur um die Toten aufgrund des Konsums von illegalen Drogen. Ja illegal, das ist wichtig, denn das sind viel weniger als die bei den legalen. Wenn es um Alkohol geht muss man mindestens noch eine Null anhängen, bei Nikotin ist sogar die Doppelnull angebracht. Doch dies verschweigen die meisten Blätter.

Nun gut, es gibt sehr viele Tote aufgrund von Drogenkonsum. Die Zahl der Abhängigen ist unübersichtlich. Das Bundesgesundheitsministerium hat ermittelt, dass über 1,6 Millionen Alkholabhängige in Deutschland leben und über 9 Millionen Menschen, zwei Drittel davon Männer, einen riskanten Konsum aufweisen. Im Bereich der illegalen – also der bösen Drogen –sind diese Zahlen, ähnlich wie bei den Drogentoten um ein weites geringer. Das hindert aber Gesellschaft und Politik nicht daran, auf Konsumenten illegaler Drogen einzuschlagen und sie zu verfolgen. Die Konsumenten legaler Drogen werden wie immer schön herausgehalten. Es besteht ja die Gefahr, dass jemand auf die Idee kommt, Bier analog zu Cannabis zu verbieten. Und was sollte dann aus dem Oktoberfest werden. Nüchterne Bayern, wie sollten die denn Spaß haben ?

Die Zahlen über die Entwicklung der Drogentoten sind wichtig, genaue Aufschlüsselungen nach Drogenart unerheblich. Doch es ist einfach nur verlogen, illegale und legale Drogen auch in Ihren extremsten Nebenwirkungen weiterhin zu trennen. Natürlich ist es erfreulich, dass Heroin mit seinen ganzen Risiken immer mehr an Reiz verliert. Ein Grund für den Rückgang von illegalen Drogentoten ist dies aber nicht wirklich. Der Sprecher des Landeskriminalamtes in Niedersachsen, Frank Federau, führt dies vielmehr auf die Optimierungen der Hilfsangebote zurück. Denn gerade die Heroinabgabe hilft den Abhängigen und lässt auch die Zahl der Nebenerkrankungen, die zu Todesfällen führen können extrem absinken.

Wie immer stechen gerade die neuen Bundesländer aus den Statistiken heraus. Hier spielen die sogenannten harten Drogen eine eher zu vernachlässigende Größe. In Thüringen gab es wie im Vorjahr vierzehn Tote, in Mecklenburg-Vorpommern fünf, einer mehr als 2001. In Brandenburg waren es sieben gegenüber neun Opfern im Vorjahr, in Sachsen-Anhalt vier und in Sachsen siebzehn.

Die Bemühungen der Bundesregierung für eine humanere Drogenpolitik tragen also erste Früchte. Schade nur, dass keine weiteren Bestrebungen zu verzeichnen sind, die Ursachen der Sucht zu bekämpfen. Tote sind tot, das ist eine ganz einfache Feststellung und illegale Drogentote gibt es nicht. Denn sterben ist irgendwie doch legal. Und genau so sollten auch die Drogentoten bewertet werden. Diese Zahlen würden dann sicher mehr abschrecken. Vielleicht könnten diese Zahlen aber auch zum Nachdenken über so gefährliche (und legale) Drogen wie Alkohol und Nikotin anregen.

Autor: Werner Graf

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