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Der Tag

(Sonderausgabe Hanfparade 2003)
Publiziert am: 16.07.03 - Medienformen: Medienform Text


Das Jahr 2003 steht bisher für Sozialabbau und Wirtschaftsflaute. Dabei wäre es so einfach . . .
Seit Jahren weigert sich die Politik die finanziellen und wirtschaftlichen Möglichkeiten der Legalisierung von Hanf als Rohstoff, Medizin und Genussmittel anzuerkennen. Um auf diesen Missstand hinzuweisen beginnt die Hanfparade 2003 an einem besonderen Ort.
Ab 12 Uhr werden sich vor dem Bundesfinanzministerium Tausende zu einer Anfangskundgebung versammeln. Die Anlieger der Wilhelmstraße (zwischen Leipziger Straße und Niederkirchner Straße) werden die Hanffans aus aller Welt sicher nicht so schnell vergessen. Den grauen Fassaden des Ministeriums stehen dann 25 bunt geschmückte Paradewagen gegenüber. Und wenn die Beamten durch ihre vergitterten Fenster nach draußen blicken, werden sich nicht Wenige wünschen bei diesen ausgelassenen Menschen, bei uns, zu sein. Doch damit nicht genug. In Reden werden sich Vertreter verschiedener Organisationen wie z. B. der „Verein für Drogenpolitik“ und der „Deutsche Hanf Verband“ zum Thema Hanf äußern. Im Vordergrund steht hierbei  wie sollte es vor dem Bundesfinanzministerium auch anders sein  das Thema Geld. So wird der Hanfparade-Teilnehmer erfahren, wie viel sich der Staat täglich an Hanfsteuer durch die Lappen gehen lässt. Oder wie viel eigentlich die andauernde Verfolgung der Kiffer so kostet. Wusstet ihr, dass ein Gefangener pro Tag Gefängnis den Staat das Gleiche kostet, als würde er im Hilton-Hotel schlafen?
Quasi nebenbei könnt ihr letzte Hand an eure Transparente und Verkleidungen legen. Und wer erst jetzt kreativ werden will, findet hier Material um schnell noch den einen oder anderen Hingucker zu basteln.
Gegen 13 Uhr wird Deutschlands größte Hanfdemonstration sich dann auf den Weg machen. Gleich zu Anfang geht es am Bundesrat vorbei. Sicher werden die Demonstrationsteilnehmer hier einen lautstarken und hoffentlich auch bleibenden Eindruck hinterlassen. Schließlich ist es oft diese Institution, die mit ihren Stoibers, Kochs und Becksteins die längst überfällige Legalisierung von Hanf blockiert. Wenn die Hanfparade dieses Zentrum politischer Macht im Ostteil der Stadt hinter sich gelassen hat, geht es am Potsdamer Platz vorbei zur Bundeszentrale der CDU. Hier werden sich wie im vergangenen Jahr Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen und der PDS an die Teilnehmer wenden. Danach führt der Weg ins Herz der „West-City“ Berlins, mitten hinein in eines der Kommerz- und Tourismuszentren der Stadt.
Vor der Gedächtniskirche findet wie im vergangenen Jahr die Abschlussveranstaltung der Hanfparade statt. Wenn um 16 Uhr Kudamm-Bummler und Touristen auf die vielen hanfbegeisterten Paradebesucher stoßen, ist die richtige Zeit für jede Menge Infotainment.
Natürlich ist die Hauptbühne (siehe „Die Bühne“ – Seite 4) längst nicht alles, was die Hanfparade 2003 ihren Besuchern bietet. Sollen sich doch die Demonstrationsteilnehmer möglichst umfassend und kritisch mit der Kulturpflanze Hanf und ihren vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten beschäftigen.
Schon traditionell ist der „Markt der Möglichkeiten“. Er bietet auch in diesem Jahr die gewohnt gute Mischung aus Informationen und Produkten rund um die Pflanze Hanf. Auf dem Kurfürstendamm findet ihr Stände der an der Hanfparade beteiligten Gruppen. Diese nutzen den „Markt der Möglichkeiten“ um ihre Informationen an den Mann und die Frau zu bringen. So werden z. B. Broschüren verteilt, die über Wirkung und Risiken der Pflanze Hanf informieren. Wer aber denkt, es reicht einfach nur Zettel zu nehmen, liegt falsch! Vielfach ist eure Mitarbeit gefragt, so könnt ihr z. B. die Aktion „Zeig Dich – 100.000“ mit eurer Unterschrift unterstützen. Dabei garantiert die Vielfalt der beteiligten Organisationen und Einzelpersonen eine umfassende und vielschichtige Beschäftigung mit den Themen Rauschpflanze, Heilmittel und Rohstoff. Auch andere Themen werden hier angesprochen. Der „Markt der Möglichkeiten“ bietet darüber hinaus den Demonstrationsteilnehmern die Möglichkeit sich über die verschiedenen, bereits legalen Hanfprodukte zu informieren. Zu diesem Zweck werden nationale und internationale Unternehmen der Hanfbranche ihre Produkte vorstellen. Doch nicht nur wer schon lange nach einer neuen Hanfhose sucht, kommt hier auf seine Kosten! Zwischen den Marktständen finden sich auch die schönsten Paradewagen wieder. Bei Live-Musik von Reggae bis Rock findet sicher jeder etwas für seinen Geschmack.
Damit auch die kleinsten Paradeteilnehmer einen schönen Tag haben, gibt es in diesem Jahr einen Ort nur für sie – das „Kinderland“. In diesem Bereich können die Kinder aus selbst angerührter Melange Hanfpapier schöpfen und lernen so spielerisch ein uraltes Handwerk kennen. Hier können Kinder mit Hanffarben malen, im Hanfstroh tollen, basteln . . . Tausend kleine Überraschungen warten. Im Spiel können die Kleinen so einen unverkrampften Umgang mit Hanf erlernen. Damit beim Spielen keiner stört, gibt’s für die Eltern eine ruhige Bank und fünf Minuten Luftholen.
Frisch ausgeruht geht es dann ins „Nutzhanf-Areal“. In Zusammenarbeit mit dem Hanfmuseum Berlin präsentiert die Hanfparade 2003 das wohl einzige Open-Air-Hanfmuseum der Welt. Hier erfahrt ihr alles über eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt. Von Papier bis Dämmstoff, von Hose bis Hanfschuh bietet das „NutzhanfAreal“ Wissenswertes und Skurriles. Das Nutzhanf-Areal auf der Hanfparade ist aber kein Bereich, der nur die Nutzung des Hanfes in der (hiesigen) Geschichte darstellt, sondern vor allem ein Ort, der die derzeitigen Möglichkeiten der alten Kulturpflanze aufzeigt. Dazu werden Produkte aus Hanf vorgestellt, die engagierte Landwirte und Hanfverarbeiter trotz Kriminalisierung und oft mit viel persönlichem Engagement produzieren. Landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Pflanzen als solche, deren Fasern im vorverarbeiteten Zustand und auch deren Weiterverarbeitungen sollen den Paradeteilnehmern nahe gebracht werden, ohne zu verschweigen, welche Hindernisse das Hanfverbot erzeugt. Auch die Saat und deren Weiternutzung als Nahrungsmittel und im gepressten Zustand als Speise-, Kosmetik- oder technisches Öl ist Teil des „Nutzhanf-Areals“.
Wer nach soviel Informationen Lust bekommt selbst etwas zu sagen, ist am „Speakers Corner“ richtig! Nach dem Londoner Vorbild wartet hier ein offenes Mikrofon auf eure Initiative. Sagt was euch stört, was euch bewegt oder was ihr sonst so sagen wollt. Hier zählt nur eure Meinung! Und wenn wer was sagt, was euch nicht passt, dann seid ihr einfach die nächsten am Mikrofon! Doch nicht nur spontane Redelust hat hier ihr Zuhause. Der „Speakers Corner“ ist eure Chance selbstverfasste Gedichte oder den Rap-Song des Jahrhunderts vor Publikum zu testen. Damit ihr nicht so alleine seid, wird ein bekannter Musiker und Entertainer (wer das ist, bleibt noch geheim) vor Ort für Stimmung sorgen.
Eigentlich wolltet ihr auch noch ein bisschen tanzen? Dann ab zur „Kleinen Bühne“! Hier spielen Deutschlands viel versprechendste Nachwuchsbands! Von Ska bis Rock, von HipHop bis Folk, wer hier spielt, den findet man bald auch im Plattenladen. Natürlich gibt es auch auf der „Kleinen Bühne“ eine Menge Infos über Hanf. So stellen sich euch die auf dem „Markt der Möglichkeiten“ vertretenen Gruppen und Aktionen genauer vor, könnt ihr Persönlichkeiten der Hanfszene auf den Zahn fühlen und auch mal die eine oder andere Frage loswerden.
Und wenn dann in der Nacht die Lichter am Breitscheidplatz ausgehen, dann sehen wir uns alle bei der Hanfparade 2003-After Party!

Autor: Steffen Geyer

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