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Ein Prost auf den Sieg

Thailand kann sich endlich dumm saufen
(Pub. Januar 2004)
Publiziert am: 08.01.04 - Medienformen: Medienform Text


Toll, endlich hat es ein Land geschafft! Ja, alles wird gut, denn Thailand hat nach eigenen Angaben den „Sieg über die Drogen“ gewonnen. Toll, oder? Es wird nie wieder Probleme in Thailand geben, schließlich konsumiert nun auch kein Mensch mehr Drogen.

Thailand macht es auf simpelste Weise vor, wie das Drogenproblem gelöst werden kann. Man stelle es sich einmal so vor: Da sitzt ein mächtiger und starker Herrscher auf dem Königsstuhl und sorgt sich ohne Ende um seine Zöglinge. Es könnte ihnen nun wirklich viel Schlimmes passieren, so könnte jemand seinem Körper schaden, indem er Drogen nimmt. Ja, ein Joint vermischt mit Nikotin könnte dazu führen Krebs zu bekommen. Und da der besorgte Herrscher dies nun wirklich nicht will, ließ er das verbieten. Doch oh Schreck, die Leute kifften einfach weiter. Und da dem Herrscher nichts anderes mehr einfiel, wie er die Gesundheit seiner Untergebenen schützen konnte, dachte er sich, zum Wohle ihrer Gesundheit bringen wir alle Drogenkonsumenten um. Das hilft dann wenigstens nachhaltig.

Ihr denkt das sei Satire? Nee geht nicht, über 2.600 Menschen wurden ohne Verfahren, ohne Autopsie und ohne Zeugen, zum Wohle ihrer Gesundheit erschossen. Gut, „amnesty international“ hat so ein paar Bedenken angemeldet, dass auch Unschuldige ums Leben kamen, wie der neunjährige Junge, der zufällig in eine Schießerei geriet. Und weitere Beobachter sind auch überzeugt, dass es sich in den meisten Fällen um extralegale Hinrichtungen durch die Polizei gehandelt habe und danach nur eine Methamphetamintablette daneben gelegt wurde. Aber seien wir doch mal ehrlich, die nörgeln doch schließlich immer. Außerdem ging’s ja nur um das Beste für die bösen Konsumenten der illegalen Drogen.

Ah ja, das ist natürlich auch noch wichtig zu erwähnen. Alkohol, Nikotin oder Kaffee stellen natürlich keine Gefahr für die Gesundheit dar. Schließlich sind die ja auch legal. „Was denken Sie denn?“ fragte mich die Sekretärin der thailändischen Botschaft verdutzt, als ich nach deren Status fragte. „Können Sie überall im Laden kaufen.“ Da sind wir aber beruhigt, dass der Sieg gegen die Drogen nicht ernst gemeint war, sonst würd’ am End’ der Kanzler gar nicht mehr nach Thailand reisen – ohne seine Flasche Bier.

Das Schönste an dem thailändischen Sieg gegen die Drogen ist die Scheinheiligkeit, mit der die thailändische Regierung Tausende von Bürgern hinrichtet und sich noch schützend in Amerikas „Kampf gegen Drogen“ einreiht. Toller kann man Massenvernichtungen nicht tarnen.

Dass dies so oder so nichts bringt liegt auf der Hand. Die Gesundheit der Toten, ist bei allem Respekt, echt im Arsch – um das mal sehr drastisch auszudrücken. So eine Kugel Blei macht echt mehr kaputt als eine Pille Speed. Auch die Tatsache, dass nun alle, die Drogen konsumieren, weg wären ist Blödsinn, denn kein einziger „großer Fisch“ konnte geschnappt oder erschossen werden, nur Kleindealer oder die Drogenuser selbst. Zudem werden schon jetzt wieder mit Fischerbooten aus Burma Pillen in den Süden Thailands geschmuggelt, Heroin kommt gerade aus dem Goldenen Dreieck und die Südasiaten haben nach dem kurzen Schock auch schon wieder mit dem Opiumschmuggel nach Thailand begonnen.

Massenmorde für nichts und wieder nichts, nur damit sich ein Präsident ein bisschen aufspielen kann. Dies ist ein Zeichen dafür, dass die Menschenrechte in Thailand mit den Füßen getreten werden und sich eigentlich keiner aufzuschreien traut, wenn die Regierung dies unter dem Deckmantel der Drogenpolitik tut. Das Auswärtige Amt glänzt nur mit Lob und den Betonungen der engen Kontakte zu Thailand.

Kaum schreibt sich eine Regierung den „Kampf gegen Drogen“ auf die Fahnen, darf sie alles tun. Menschen willkürlich ermorden, Kriege beginnen und Menschenrechte mit Füßen treten. Alles kein Problem. Ach halt, alles darf sie auch nicht tun, denn wenn sie es wirklich schafft, den Drogenkonsum durch humane Lösungen zu verringern oder zumindest ihn so ablaufen zu lassen, dass den Konsumenten am wenigsten passiert, muss sie Angst haben, dass der deutsche Innenminister Otto Schily vorbeikommt und über diese liberalen Zustände mäkelt. Ein Hoch auf unserer Regierung, zu Massenmorden in Thailand kein Wort, zu den Coffeeshops in den Niederlanden ganze Kampagnen. Da weiß man, was man hat.
Autor: Werner Graf

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