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Menschen, Drogen, Sensationen
Staatsfeind Nummer eins: Timothy
(Pub. Juli 2004)
Publiziert am: 06.07.04 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 04juli artikel Staatsfeind Nummer eins: Timothy Leary

Turn on, Tune in, Drop out”

Timothy Leary gilt als Pionier der Drogenforschung. Der am 22. Oktober 1920 in Springfield geborene Leary wurde sogar von dem amerikanischen Präsidenten Richard Nixon als der „gefährlichste Mann der Welt“ bezeichnet. Besondere Aufmerksamkeit bekam Leary mit der Feststellung, dass der Drogenkonsument selbst verantwortlich ist, für das was im Rausch passiert. Welche Art des Rausches er erleben wird, hängt eher vom User, weniger von der Droge selbst ab. Für Leary gab es dafür drei verschiedene Stufen. Die Ästhetik (erste Stufe), die intensive persönliche Begegnungen (zweite Stufe) und das spirituell-mystische Erleben (dritte Stufe). In der ersten Stufe steht das Erleben von Wohlbefinden, Schönheit und Harmonie, aber auch deren negative Seite an. Die zweite äußert sich durch die Fokussierung des Rausches auf die Begleiter. Viele User sprechen immer wieder von „überwältigenden euphorischen Zuständen“, die meist in diese Kategorie einzuordnen sind. In der dritten Stufe verändert sich die Liebe laut Leary zu einer göttlichen All-Liebe, zur kosmischen All-Verbundenheit. Von Leary stammt auch die heute noch gängige Einordnung des Rausches in SET, die innere Einstellung des Users zur Zeit des Rausches und das SETTING, die Umgebung und Umfeld während des Rausches.

1965 wurde bei einer Grenzüberquerung von Mexiko in die USA bei Timothy Learys Tochter Marijuana gefunden, für das Timothy Leary die Verantwortung übernahm. Seine Tochter Susan wurde zu fünf Jahren Haft auf Bewährung verurteilt, während Timothy Leary aufgrund des Marijuana-Tax-Acts wegen Steuerhinterziehung und illegaler Einfuhr zu 33 Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Dieses Urteil wurde 1969 vom Obersten Gerichtshof aufgehoben und der Marijuana-Tax-Act für verfassungswidrig erklärt. Jedoch wird Timothy Leary kurz darauf wegen eines weiteren Marijuana-Delikts in seinem Auto wurden bei einer Durchsuchung zwei Joint-Kippen gefunden zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Die verhältnismäßig harte Bestrafung könnte einen politischen Hintergrund gehabt haben, da Timothy Leary aufgrund seiner gesellschaftskritischen Positionen kurz zuvor von Präsident Richard Nixon zum „Staatsfeind Nr. 1“ erklärt wurde.

Mit Hilfe der Weathermen gelang ihm 1970 die Flucht aus dem Gefängnis. Seine Flucht führt ihn anschließend nach Algerien, wo er bei Exilanten der Black Panther-Bewegung Unterschlupf fand. Nach Konflikten mit der Führung der Black Panther flieht er weiter in die Schweiz. Die Schweiz gewährt ihm 1971 politisches Asyl und lehnt einen Auslieferungsantrag der amerikanischen Regierung ab. 1973 wurde er von amerikanischen Agenten in Afghanistan entführt und in die USA zurückgebracht, wo er bis 1976 inhaftiert blieb. Am 31. Mai 1996 verstarb Timothy Leary in Beverly Hills.


Werner Graf


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