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Thailands harte Hand

“war on drugs” fordert über 2.000 Tote
(pub. Juni 2003)
Publiziert am: 02.06.03 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal juni03 artikel Thailands harte Hand “war on drugs” fordert über 2.000 Tote

Mehr als 2.000 Menschen, darunter alte Menschen und 16jährige Kinder, wurden laut amnesty international während der Kampagne „war on drugs“ in Thailand getötet. Die von der Regierung ins Leben gerufene Aktion soll den Drogenhandel dort vollkommen ausrotten.

Menschrechte zählen in Thailand nicht wirklich viel. Nach Homosexuellen und Transvestiten kommen nun auch Drogenhändler auf die Abschussliste der thailändischen Regierung. Allein in dem Zeitraum zwischen Februar und März 2003 wurden über 2.000 Personen ermordet. Menschenrechtsorganisationen vermuten, dass die Polizei hinter vielen der Todesfälle steht. Laut amnesty international werden die Morde nicht ernsthaft untersucht.

Abgesehen von der Abscheulichkeit dieser Morde und die untragbaren Menschenrechtsverletzungen in diesem Fall bleibt auch die Frage nach dem Sinn dieses Vorgehens. Laut der thailändischen Regierung sei es ein voller Erfolg. Sie vermeldeten spektakuläre Zahlen. So sollen sich 280.207 Drogenkonsumenten und Kleinhändler der Polizei gestellt haben. 1.765 Großhändler und 15.244 Kleinhändler wurden angeblich verhaftet. Die Regierung hatte den Provinzgouverneuren mit Entlassung gedroht, sollten diese nicht mindestens 75% der Händler aus dem Verkehr ziehen. Was laut Statistik auch kein Problem war. Denn alle meldeten eine Erfolgsquote von über 78%, manche sogar von 100%

Die Zahlen beeindrucken aber nur auf den ersten Blick und nur ohne genaues betrachten. Während der Kampagne ist der Preis der als «Ya-Ba» bekannten Amphetaminpillen bis auf 250-350 Baht (ca. 5-7 Euro) pro Stück gestiegen. Nun – gut ein Monat später - ist er aber schon wieder auf 120-200 Baht (ca. 2,50-4 Euro) gesunken. Die Halbierung des Preises zeigt, dass in Thailand noch genug Drogendealer am Werke sind. Die 15,5 Millionen Pillen, die von der Polizei in den drei Monaten beschlagnahmt wurden, entsprechen nach manchen Schätzungen gerade der Menge, die in Thailand in fünf Tagen geschluckt wird. Treffen diese Schätzungen auch nur annähernd zu, wären gerade einmal 5% aller Schwarzhändler und Drogendealer erwischt worden. Und das mit 2.000 ungeklärten Morden. Was für ein Erfolg.



Außerdem:
Amnesty international ruft dazu auf Protestbriefe an die Thailändische Regierung zu formulieren. Das Hanf Journal bittet Euch amnesty international in dieser Frage zu unterstützen.

Schreibt den Brief am besten an:
Prime Minister Thaksin Shinawatra
Office of the Prime Minister
Government House
Pitsanulok Road, Dusit
Bangkok 10300
Thailand
oder per Fax: +66 2 280 1443
Autor: Werner Graf

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