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Lehrer wegen Cannabis vor Gericht
(pub. Maerz 2004)
Publiziert am: 03.03.04 - Medienformen: Medienform Text


Der Lehrer Roland Sievers (Name von der Redaktion geändert) ist nun schon seit längerem in der Legalisierungsbewegung bekannt. Mit seinen Homepages engagiert er sich schon seit längerer Zeit für eine Regulierung des Cannabis-Marktes. Nachdem er bei einem Quiz als Preis ein paar Gramm Cannabis verlosen wollte bekam er dann tatsächlich Besuch von den Freunden in Grün, welche auch prompt 4,4 Gramm Hanf fanden.

Und um genau diese 4,4 Gramm drehte sich dann auch die Verhandlung, die Anfang Februar in Hamburg stattfand. Schon in erster Instanz wurde der Lehrer zu einer Geldstrafe von 1.600 Euro verurteilt, was er so nicht akzeptieren konnte. Im Berufungsprozess vor dem Landgericht Hamburg konnte er nun jedoch keinen besseren Erfolg feiern, obwohl er sich mächtig ins Zeug legte.

Während der Verhandlung erklärte Roland Sievers lang und ausführlich, warum das Verbot von Cannabis verfassungswidrig sei. Hierzu führte er mehrfach die Beschlussvorlage des Amtsgerichts Bernau von Amtsrichter Andreas Müller auf, welche derzeit dem Bundesverfassungsgericht vorliegt (Hanf Journal berichtete). Diese Vorlage, das detaillierte Zeigen seiner Homepage oder auch das Vorführen legaler harter Drogen wie Alkohol ließ die Verhandlung auf über vier Stunden anschwellen. Doch trotz all dieser Bemühungen folgte der Richter dieser Auffassung nicht und zeigte sich eher unbeeindruckt von Roland Sievers Fachwissen.

Dass der Richter in seiner Begründung Sievers vorwarf „seine Vorbildfunktion nicht erfüllt“ zu haben, zeigt wie absurd allmählich die Argumentationen der Prohibitionisten wird. Denn niemals hatte Roland Sievers zum Konsum von Cannabis aufgerufen. „Mein Anliegen ist die Verbesserung der Gesetzeslage!“ gibt Sievers zu bedenken und fügt noch an, dass er damit in einer Reihe mit dem Hamburger Schulsenator und führenden Politikern der Bundesregierung steht. Ein Einsatz für eine andere, in Sievers Augen bessere und vernünftigere, Politik kann in Zeiten der Politikverdrossenheit doch nur sehr schwerlich als schlechtes Vorbild aufgeführt werden. Die aktuelle Drogenpolitik in Deutschland entbehrt derzeit jedweder sinnvollen Logik (siehe Hanf Journale der letzten zwei Jahre), dies ändern zu wollen darf kein Vergehen sein.

Dass die „BILD“-Zeitung in Hamburg nichts besseres zu tun hatte, als sich ebenfalls auf Roland Sievers einzuschießen, ist wohl leider nicht verwunderlich. Sie fragte sogar „Warum darf so einer unsere Kinder unterrichten?“ Leider fragten sie dazu nicht das Hanf Journal, denn wir hätten die Antwort gewusst. Dieser Lehrer darf unsere Kinder unterrichten, da er nicht nur staatsgläubig und blind alten Dogmen, wie Verbote würden unsere Jugend schützen und hätten weniger Konsum zur Folge, nachläuft. Deutschland braucht Lehrer wie Roland Sievers, die sich auch wenn sie nicht in der Mehrheit sind, sich für eine bessere Welt und hier für eine menschlichere Drogenpolitik einsetzen.

Gut ist, dass auch an dieser Schule – ähnlich wie in Lüneburg / Haschkuchen – die Rektorin der Schule vernünftig und sinnvoll reagierte. „Sein Vorgehen ist keine Schande für die Schule. Er ist ein angesehener, guter und engagierter Lehrer, der von den Kollegen geschätzt wird. Auch ein Lehrer hat das Recht, für seine Überzeugungen vor Gericht zu ziehen.“

Wie das Verfahren von Roland Sievers weitergeht, werdet ihr in den nächsten Monaten im Hanf Journal erfahren. Denn der eigentliche Plan, mit diesem Verfahren auch vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen, soll nun über eine Revision erfolgen. Es ist übrigens jedem Angeklagten möglich, in seinem Verfahren am Ende in seinem Plädoyer auf die Verfassungswidrigkeit des Cannabis-Verbotes hinzuweisen. Bestens eignet sich hier die Beschlussvorlage des Bernauer Amtsrichters Andreas Müller, welche im Internet unter http://www.hanfverband.de/archiv/VorlageBernau100GG.pdf heruntergeladen werden kann. Hierbei kann man versuchen, den Richter davon zu überzeugen, sich entweder der Beschlussvorlage anzuhängen oder das Urteil bis zum Urteil des Bundesverfassungsgerichtes auszusetzen. Beides würde ein erfolgreiches Abschneiden der Beschlussvorlage unterstützen.

Roland Sievers wird sich – trotz „BILD“ – wohl nicht so schnell von seinem Weg abbringen lassen, Cannabis endlich aus der Kriminalität in die Regulierung zu holen. Denn am Ende möchte er unbedingt noch mit Ulrich Wickert ein Tütchen rauchen und das „Buch der Jugend“ vorlesen.

Werner Graf


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