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Kommentar

Die Achse des Öls und die gelbe Gefahr.
(pub. mai 2003)
Publiziert am: 07.05.03 - Medienformen: Medienform Text




Es entsteht der Eindruck, Krieg im Irak sei eine alte Familientradition im Hause Bush, die in klassisch texanischer Erbfolge an den erstgeborenen Sohn übergeht. Nur ist der reelle Hintergrund genauso wenig einfach, wie jener der akuten Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen wahr ist. Die heutige Situation hat eine langjährige Vorgeschichte und beinhaltet eine düstere Perspektive, die es für die USA abzuwenden gilt. Die politische Neuordnung am Persischen Golf inklusive der Installierung prowestlicher Regime beschäftigte die US-Strategen gut die Hälfte des letzten Jahrhunderts, ohne dass eine auch nur annähernd stabile Lage in dieser Region entstanden wäre. Solange jedoch Saudi-Arabien als Outlet-Store amerikanischer Westlichkeit fungierte, und diese bereitwillig mit dem schwarzen Gold der Wüste finanzierte, gab es jedoch keinen wirklichen Grund Risiken einzugehen. Heute, nach dem starken saudi-arabischen Engagement im 9-11-Kunstfliegerteam, ist es mit dem geostrategischen Vertrauen in das erdölreichste Land der Erde nicht mehr so weit her. Die USA verbrauchen mit ihrem 6%igen Anteil an der Weltbevölkerung 24% des Öls. Sollten die Energiepreise zu steigen beginnen, wäre die Wirtschaftsrezession in den USA perfekt. Es ist nicht anzunehmen, dass die Ende des letzten Jahrhunderts versäumten Modernisierungen noch schnell genug vorgenommen werden können, um die Verhältnismäßigkeit zwischen Leistungserstellung und Energieverbrauch auf ein auch nur europäisches Niveau zu hieven.
Im Stile der alten Kreuzritter zieht also der Sonnenkönig Gottes’ höchsteigenen Landes (Amerika) in den geheiligten Krieg (Dschihad?), um den religiösen Fanatismus in der Welt auszulöschen – ah.. ja, all right Mr. President! Wenn man mittels der Kontrolle über die Energiereserven (Öl) schon unbedingt die Weltherrschaft an sich reißen muss, dann doch nicht schon wieder mit der Story über den Erzbösewicht, der die zivilisierte Welt bedroht. „Kontrolliere was dein Volk weiß, und du kontrollierst was es tut“, weiß George jr. aus gut informierten Pentagon-Kreisen. Was Little George leider nicht kennt, ist das alte chinesische Sprichwort: „Macht korrumpiert, und absolute Macht korrumpiert absolut“. Hör auf die Chinesen, George, sie sind die wirkliche Gefahr für deinen Planet of Amerika. Wenn China im 21. Jahrhundert ausreichend Energie (Öl) zur Verfügung hat, wird die Kombination aus gleichsam hoher Produktivität und Genügsamkeit des chinesischen Volkes eine Wirtschaftsdynamik entwickeln, der die USA nichts entgegenzusetzen haben – außer Krieg vielleicht? In diesem Fall säße die jetzige Alleingroßmacht in einer wirtschaftlichen Ecke mit den heutigen Absturzkandidaten wie z.B. Brasilien – nur mit einem Vielfachen an Schulden. Dadurch wären die USA weder beim IWF noch bei der Weltbank kreditwürdig, könnten daher Ihre geopolitischen Seilschaften nicht mehr finanzieren, und hätten auf einem Schlag den halben Globus gegen sich – und kein Budget mehr, um neue Verbündete zu kaufen.
Die USA haben jahrzehntelang korrupte Gewaltregime weltweit gestützt und CIA-Sprößlinge wie Osama bin Laden oder Saddam Hussein zuerst ausgebildet und anschließend finanziert. Homegrown problems! Hier in Österreich sagt man: „Wer überall zündelt, verbrennt sich den Arsch!”
It’s payback time, Mr. President!


Autor: Lt. Cmd. Sascha/RoB

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