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Kranke werden im Regen stehen gelassen

(pub. mai 2003)
Publiziert am: 07.05.03 - Medienformen: Medienform Text


In einem Brief an die Bundesdrogenbeauftragte fragt der VfD nach der Entwicklung des Zulassungsverfahren von Cannabisarznei. Die Antwort ist enttäuschend.
Der Verein für Drogenpolitik e. V. (VfD) fragte in einem Brief an die Bundesdrogenbeauftragte, Marion Caspers-Merk, wann Hanf wieder als Medikament zugelassen wird und berief sich dabei auf einen Text des Bundesgesundheitsministeriums von 2001: Natürliche Gemische von Cannabis werden derzeit als Ausgangsstoff für die Arzneimittelherstellung in der Apotheke noch nicht angeboten. Die Bereitstellung von standardisiertem Cannabisextrakt wird jedoch von verschiedenen Firmen in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Arzneimittelkodex vorbereitet und dürfte in absehbarer Zeit zur Verfügung stehen.“ Das klingt ja nicht schlecht, diese Erklärung lässt Hoffnung wachsen. Doch das Antwortschreiben des Bundesgesundheitsministeriums holt einen schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Denn der Zulassungsprozess ist immer noch nicht abgeschlossen. Grund dafür sei eine Studie, die natürliche Cannabisextrakte mit synthetischem THC und einem Placebo bei Krebspatienten mit Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust verglich. Die Untersuchungen wurden seit 1999 in Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden durchgeführt und letztes Jahr im September nach einer Zwischenbilanz überraschend abgebrochen worden. Die in der Studie verwendete orale Dosierung von 5 mg THC in Tablettenform zeigte nämlich keinerlei erkennbare Wirkung. In ähnlichen Versuchen wurde den Patienten täglich 20 oder mehr mg THC verabreicht. Laut dem Bundesgesundheitsministerium soll nun ein neuer Studienplan erarbeitet werden, der eine höhere Dosierung sowie andere Verbesserungen vorsieht.

Das Bundesgesundheitsministerium vertröstet weiter viele Kranke, die darauf hoffen, Cannabis endlich legal zu therapeutischen Zwecken verwenden zu dürfen. Bisher ist in Deutschland nur synthetische THC-Arznei verfügbar. Doch die Preise dafür sind ungeheuer hoch: Das Arzneimittel Marinol kostet circa 3.000 Euro pro Gramm THC, andere bewegen sich zwischen 600 und 800 Euro pro Gramm THC. Wenn die Krankenkassen sich dann weigern, für den Patienten die Kosten zu übernehmen, muss dieser auf billigeres, also illegales Cannabis zurück greifen. Das Bundesgesundheitsministerium setzt mit dem verzögertem Verfahren bewusst Cannabispatienten dem Risiko der Strafverfolgung und gesundheitlicher Schäden aus.
Cannabis wird nach historischen Schätzungen schon seit ca. 4.000 Jahren zu medizinischen Zwecken verwendet. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts war es eines der meist eingesetzten Medikamente, bis es dann weltweit fast ganz verboten wurde. Inzwischen ist es in vielen Ländern wie England oder den Niederlanden, ja sogar einigen amerikanischen Bundesstaaten wieder als Arznei legal erhältlich. Tja, in Deutschland werden wir wohl weiter auf Cannabis als Arznei warten müssen.
Autor: Katrin Schmidberger

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