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Das Lesen dieses Magazins macht abhängig
-fangen sie gar nicht erst damit an
(Pub. Mai 2004)
Publiziert am: 04.05.04 - Medienformen: Medienform Text


„Zu kiffen und sich zu betrinken, gilt leider als cool. Einige Politiker leisten dazu ihren Beitrag, indem sie diese Drogen verharmlosen.“, bedauerte Elfriede Mayer, die Berliner Drogenbeauftragte am 20.04.2004 in der „Berliner Morgenpost“.

Auch die drogenpolitische Sprecherin der CSU/CDU-Bundestagsfraktion, Gerlinde Kaupa, beschwerte sich: „Einerseits wird festgestellt, dass der Konsum von Cannabis, der Nr. 1 der illegalen Drogen, zunimmt, andererseits sind . . . immer wieder Äußerungen zu hören, die die Gefährlichkeit der Droge herunter zu spielen versuchen.“

Immer wieder müssen sich Aktivisten aus der Legalisierungsfront solche oder ähnliche Vorwürfe gefallen lassen. Sie würden nämlich alles nur verharmlosen, sie würden die Gefahren verschweigen und sie wären daran Schuld, dass heutzutage viel mehr Menschen Cannabis zu sich nehmen. Dass aber auch die aktuell praktizierte Politik und nicht nur die Kritik daran an der derzeitigen miserablen Lage Schuld sein könnte, darauf kommen sie nicht.

Auch unsere Zeitung kommt immer wieder in den Verruf, Lobby für mehr Drogenkonsum zu machen. In Bayern wurde sogar schon einmal der Laden „Bakul“ öffentlich angegriffen, da er unser Magazin verteilte. Aus Sicht der beiden sehr besorgten Frauen (Gerlinde Kaupa und Elfriede Mayer) auch sehr verständlich. Schließlich geht es im Hanf Journal nicht nur um die Risiken von Cannabis, sondern auch um die Gründe, warum Cannabis von Menschen konsumiert wird, wie man damit am besten umgeht und wie es anderen beim Konsum ergangen ist. Eine Schweinerei – schließlich ist das die Wahrheit und nicht die verträumte Vorstellung weltfremder Mütter.

Die Behauptungen, dass gerade die Diskussion um die Legalisierung an dem steigendem Konsum schuld wäre, ist so absurd wie hanebüchen. Erstens ist die mediale Macht der Legalisierungs-Befürworter geringer als die der Prohibitionisten. Zweitens kann und darf es niemals falsch sein, bestehende Gesetze und Verbote auf deren Sinn- und Zweckhaftigkeit zu hinterfragen und drittens müssen unnütze Gesetze, die genau das Gegenteil von dem bewirken, was sie eigentlich wollen, endlich abgeschafft werden. Und genau so ist es beim Thema Cannabis, das Verbot hält keinen Menschen vom Konsum ab – es vergrößert nur die Risiken.

Denn was wollen wir eigentlich? Eine drogenfreie Welt wird es nie geben. In einer Welt, in der Drogen verboten sind, werden über kurz oder lang sogar die Polizisten zu Dealen beginnen – ob wir es wollen oder nicht. Aktuellster Fall ist hier Hessen. 1,2 Tonnen Kokain wurden dort als Großfund gepriesen – bestellt und vertickt von Polizisten – ein wahrer Erfolg unserer Politik. Auch ein sinnvoller Jugendschutz wird mit der Prohibition niemals möglich sein. Bestes Beispiel ist hier Frankreich. Schon das Abdrucken eines Cannabis-Blattes steht hier unter Strafe und dennoch führt Frankreich, wenn es darum geht prozentual die meisten unter-14-jährigen Kiffer in der EU zu haben. Zumindest besagt dies die neue Schul-Studie der ESPAD, welche alle EU Länder miteinander verglich. Das Verbot und auch das faktisch in Frankreich existierende Diskussionsverbot über Cannabis ist gescheitert – oder wollen die beiden Frauen viele junge Kiffer?

Auch wenn es um die Gesundheit der User geht, ist es nicht getan, nur auf die Nebenwirkungen hinzuweisen. Wer nur sagt „böse, böse“ und „sehr schlimm“ braucht sich nicht wundern, wenn er nicht mehr ernst genommen wird. Cannabis entspannt ungemein und XTC schafft es immer wieder ein Lächeln auf die Gesichter zu zaubern . . . wer das leugnet, gibt seine Glaubwürdigkeit auf und begibt sich auf die Pfade des puren Populismusses. Und warum sollte es denn der Gesundheit des Konsumenten gut tun, wenn er nicht weiß, was in seiner Pille wirklich drin ist und mit welchen Giftstoffen sein Gras gespritzt wurde? Gesundheitsschutz mit Verdummung der Verbraucher erzielen zu wollen, ist zwar mal eine andere, aber wohl doch eine ineffektive Idee.

Aufklärungen über Drogen müssen ehrlich sein. Es hilft nichts, wenn man die täglichen Bierchen der Väter verschweigt. Es hilft aber auch nichts, das angenehme Gefühl nach dem Zug am Joint zu verschweigen, klar es gibt ein höheres Krebsrisiko und auch andere Nebenwirkungen wie übersteigerte Gefühlswahrnehmungen, können auftreten. Dies darf nicht verschwiegen werden . . . aber auch nicht nur im Mittelpunkt stehen. Eine objektive Berichterstattung und eine objektive Drogenpolitik verschweigt diese Nebenwirkungen genauso wenig wie die Nebenwirkungen der Prohibition, die immer noch schlimmer sind.

Werner Graf


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