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Menschen, Drogen, Sensationen
Dieses Mal: Anslinger
(Pub. Mai 2004)
Publiziert am: 04.05.04 - Medienformen: Medienform Text


Die Geschichte ist Vergangenheit. Ja tatsächlich, denn unsere Mitarbeiterin Ines Eichmüller hat letzten Monat mit der 23ten Folge ihre Reihe „Hanf-Historie“ abgeschlossen. Tragisch, aber was soll man tun? Die Geschichte unserer geliebten Nutzpflanze ist bis zum heutigen Tag erzählt und in die Zukunft schauen ist leider auch uns nicht möglich. Deshalb haben wir uns was Neues für euch ausgedacht. Und es hat auch wieder mit Geschichte zu tun: „Menschen, Drogen, Sensationen“. In dieser Reihe präsentieren wir euch ausgewählte Köpfe, die für die Geschichte der Rauschmittel eine Bedeutung haben.

Und wer wäre passender, um diese Reihe zu starten, als der Mensch wegen dem wir heute diese Zeitung herausgeben: Harry Jacob Anslinger, auch bekannt als der „Vater der Prohibition“.

Geboren wurde dieser Schicksalsschlag für die Drogenlobby am 20.5.1892 in Pennsylvania. Das heißt, er würde dieser Tage 112 Jahre alt. Und obwohl seine Zeit nun schon so lang vorbei ist, haben wir noch an so mancher seiner Hinterlassenschaften zu kauen.

Die Zeit, in der Anslinger aufwuchs, war eine Zeit, in der Verbote besonders populär waren. 1920 trat die Alkohol-Prohibition in den USA inkraft, die ja, so wissen wir rückblickend, nicht sonderlich erfolgreich war. Anslinger hat sie wohl dennoch geprägt.

1929 äußerte sich der damalige Diplomat und Hobbyjournalist das erste Mal öffentlich zum Thema Drogen: Die Alkohol-Prohibition habe lückenlos funktioniert, behauptete er in einem Zeitungsartikel. Dafür wurde er auch prompt vom Finanzminister der USA (seinem Schwiegeronkel, welch ein Zufall) zum Stellvertretenden Kommissar für Alkohol-Prohibition berufen. Von hier aus stieg er auf zum Direktor des neu gegründeten „Federal Bureau of Narcotics“.

Dieses war eigentlich nur dazu da, den Verkehr mit Opiaten zu regeln. Doch da Anslinger bald eine starke Konkurrenz mit Edgar Hoover, dem Chef des FBI, entwickelte, tat er sein Möglichstes, um diesem die Hoheit über die Strafverfolgung von Cannabis-Delikten zu entreißen.

Diesem Zwecke diente eine Hetzkampagne, deren Leitmotive und Versatzstücke noch heute gerne von Cannabis-Gegnern benutzt werden. Mit einem fetten Sonderetat machte er sich daran, das Image von Cannabis nach seinen Wünschen umzugestalten. Zum „Mörderkraut“ sollte es werden, das „Neger, Mexikaner, Puertoricaner und Jazzmusiker“ dazu benutzen, weiße Frauen gefügig zu machen. Tödlich sollte es sein und wahnsinnig machen noch obendrein.

Und er hatte Erfolg. 1933 erschienen die ersten Horrormeldungen in den Zeitungen, 1936 der Film „Reefer Madness“ und 1937 reagierte der Gesetzgeber: Die Marihuana Tax Act trat in Kraft. Hanf war somit in den USA effektiv verboten und die Einhaltung dieses Verbots Anslingers Behörde unterstellt. Ein prohibitionistischer Plan ging auf.

Das war dem Herrn Anslinger aber immer noch nicht genug – seine weiteren Streiche findet ihr nächsten Monat an gleicher Stelle.

Martin Schwarzbeck


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