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Kommentar: Was soll das?
(Pub. Mai 2004)
Publiziert am: 04.05.04 - Medienformen: Medienform Text


Eigentlich sollte dieser Kommentar „Die spinnen, die Bayern!“ heißen, denn so langsam ist es echt nicht mehr auszuhalten. Man langt sich nicht mehr nur an den Kopf, sondern man bekommt auch langsam echt das Kotzen. Am liebsten würd ich sogar „amnesty international“ holen, um in Bayern mal aufzuräumen. Jeden Monat erreichen die skurrilsten Urteile rund um Drogen unsere Redaktion – die wir wohl schon aus Gewöhnung in der Mappe „Aus Bayern“ abspeichern. Doch als ich die zwei skurrilsten Prozesse dieses Monats heraus suchte, merkte ich, dass sich eines aus Rheinland-Pfalz eingeschlichen hat – und so kann ich nur feststellen: es spinnen nicht nur die Bayern.

Aber die spinnen auch, oder wie sollte man es sonst nennen, wenn ein 32-jähriger Mann wegen einem Gramm Haschisch zu 1.800 Euro Geldstrafe verurteilt wird? Wenn er sich wegen einem Gramm Haschisch von der Richterin anhören muss, dass „es vielleicht doch mal ganz sinnvoll ist, wieder zu arbeiten“ und er wegen einem Gramm Haschisch in den Zeitungen über sich lesen muss dass er sein „süßes Leben“ mit „Sozialhilfe und Haschisch“ hätte. Ähm – hab ich schon gesagt, dass dies alles wegen einem Gramm Haschisch passierte? Ja genau, ungefähr der kleine Krümel, den du gestern nicht mehr aufheben wolltest, der dir zu wenig war! 1.800 Euro, Beleidigungen und öffentliche üble Nachrede – wenn die nicht spinnen! Ich meine, was erlauben sich da einige Menschen eigentlich! Noch kein Mensch musste sich von irgendeinem dahergelaufenen Staatsdiener anhören, dass er ein schlechter Mensch wäre, nur weil er mal eine Flasche Bier im Keller aufbewahrt hatte. Ja, ich weiß, die Alkohol-Vergleiche nerven, aber wo ist hier die Gerechtigkeit – ich meine es war ein Gramm!

Aber es kommt wie immer noch besser! Die Mainzer – wie schon gesagt: heute verlassen wir bei unserer skurrilen Ecke den Weißwurst-Äquator – legen noch eines drauf! Ein 25-jähriger Schlosser wurde dort zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung – ich betone nochmals: ohne Bewährung– verurteilt, da er zwei Gramm Cannabis an ein 14-jähriges Mädchen verkaufte. Sicherlich, es ist nicht in Ordnung, Minderjährigen Cannabis zu verkaufen, aber muss ich sie deshalb gleich in ein Seminar zum Heroin-Dealen schicken – zwei Jahre lang?

Es ist kein Wunder, dass viele Menschen nicht mehr an die Gerechtigkeit in Deutschland glauben. Woher auch? Es ist einfach nicht nachvollziehbar, dass zum eigenen Schutze 1.800 Euro gezahlt werden müssen. Oder wofür ist die Strafe sonst gewesen – kein Mensch fängt mit einem Gramm Cannabis das Dealen an! Und wir haben bisher auch noch keinen einzigen Schaden feststellen können, den der deutsche Staat wegen diesem Gramm gehabt hätte. Warum also diese Strafe? Warum muss so was überhaupt bestraft werden? Wem hat dieser Mensch weh getan (ich gehe davon aus, dass selbst bei dem Einsatz des Ein-Gramm-Hasch-Stückes als Wurfgeschoss dieses noch für einen nennenswerten Schaden zu klein gewesen wäre)? Auch die zwei Jahre wegen den zwei Gramm sind nicht mehr nachvollziehbar. Welche Verhältnismäßigkeit wird hier noch gewahrt, zwei Gramm ist grad mal nix und dass 14-Jährige kiffen, ist keine Seltenheit mehr. Nicht, dass wir das toll finden würden, aber mal ganz ehrlich – gerade die Illegalität bringt viele Dealer dazu, auch schon auf jüngeres Publikum los zu gehen. Ich möchte einmal das Wirtshaus sehen, das geschlossen würde, weil es einem 14-Jährigen ein Bier einschenkte. Bei Cannabis sind das zwei Jahre Knast – beim Alk ein Volksaufstand – falls es der Wirt nicht ausschenkt.

In der zehnten Klasse schrieb ich mal den Spruch „Ich glaube eher an die Unschuld einer Hure als an die Gerechtigkeit der deutschen Justiz“ in mein Hausaufgabenheft. Und das gerade wegen solcher falschen und verlogenen Urteile. Dass gerade heutzutage immer mehr junge Menschen so ähnlich denken, hat seine Gründe. Die beiden Urteile sind einer davon.

 

Werner Graf


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