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THC-Gehalt von Cannabis-Produkten
(Pub. November 2003)
Publiziert am: 02.11.03 - Medienformen: Medienform Text


Die wichtigsten Cannabis-Produkte des Drogenhandels sind Marihuana und Haschisch. Marihuana, das, bestehend aus allen getrockneten Pflanzenteilen, lose oder gepresst verkauft wird, enthält etwa zwei Prozent THC. Der THC-Gehalt wird gesteigert, wenn nur die Blütenspitzen der weiblichen Pflanze verarbeitet werden (etwa sechs bis sieben Prozent). Haschisch, eine besonders harzreiche Zubereitungsform, enthält bei sehr guter Qualität zehn bis 20 Prozent THC.
Der THC-Gehalt in Cannabis-Pflanzen kann durch Züchtung und optimale Wachstumsbedingungen gesteigert werden. So wiesen bestimmte Arten von Marihuana in den 60er-Jahren einen THC-Gehalt von einem Prozent auf, am Anfang der 80er-Jahre einen solchen von sieben bis acht Prozent und in den 90er-Jahren bereits 17 Prozent bis 23 Prozent.
Die hier genannten Zahlen sind allesamt im Mai 1999 im Cannabis-Bericht der Eidgenössischen Kommission für Drogenfragen (EKDF) publiziert worden.[1] Neueste Laboruntersuchungen des Bundeskriminalamtes (BKA) in Wiesbaden bestätigen diesen Trend. Von 1996 bis 2000 ist der durchschnittliche THC-Gehalt von untersuchten Haschischproben signifikant angestiegen. Der Anteil der Proben mit einem THC-Gehalt unter fünf Prozent im Untersuchungszeitraum von nur fünf Jahren ist auf ein Drittel des ursprünglichen Wertes geschrumpft und der Anteil der Proben mit mehr als zehn Prozent THC-Gehalt hat sich im gleichen Zeitraum etwa verdreifacht und bis zum Jahr 2002 hat der Anteil dieser hochprozentigen Proben weiter zugenommen. Auch der Anteil der Proben mit mehr als 14 Prozent THC-Gehalt hat sich von 1996 bis 1999 mehr als verdreifacht. [2]

Anteil der Haschischproben mit mehr als zehn Prozent THC-Gehalt
Jahr Anteil
1996 8,0 %
1999 24,5 %
2002 29,0 %

Haschisch als harzreiche Zubereitungsform galt früher aufgrund des hohen THC-Gehaltes als besonders wirkungsvoll. In den letzten Jahren haben Züchter verschiedene Cannabis-Pflanzen herangezüchtet, die sehr hohe THC-Werte entwickeln und dabei die THC-Gehalte der meisten Haschischsorten weit übertreffen. Deshalb kann das Rauchen von Marihuana heute oft eine weit stärkere psychotrope Wirkung hervorrufen als das Rauchen von Haschisch. Der Anteil der untersuchten Marihuanaproben mit einem THC-Gehalt von mehr als zehn Prozent hat sich von 1996 bis heute fast verdoppelt, der Anteil der Marihuanaproben mit einem THC-Gehalt von mehr als 14 Prozent hat sich seit 1996 sogar mehr als verdoppelt.[2]

Anteil der Marihuanaproben mit mehr als zehn Prozent THC-Gehalt
Jahr Anteil
1996 23,0 %
1999 23,0 %
2002 43,0 %

Anteil der Marihuanaproben mit mehr als 14 Prozent THC-Gehalt
Jahr Anteil
1996 6,0 %
1999 7,0 %
2002 15,0 %

Untersuchungen der schweizerischen Fernsehsendung „Kassensturz“ („Kassensturz“ vom 26.11.2002) bestätigen diesen Trend. Testpersonen gingen im Auftrag der Sendung „Kassensturz“ in zahlreichen Schweizer Städten Haschisch und Marihuana einkaufen – sowohl in Hanfläden als auch auf der Straße. 57 Proben brachte Kassensturz ins Institut für Rechtsmedizin der Uni Bern.
„Kassensturz“ wollte wissen, wie hoch die Konzentration psychotropen Stoffes THC ist. „Seit 1997 hat ein Riesensprung zu höheren THC-Werten stattgefunden“, sagte Rechtsmediziner Werner Bernhard von der Uni Bern. Früher habe man Werte zwischen 1,5 und sechs Prozent gemessen, heute Werte von bis zu 28 Prozent. Die „Kassensturz“-Untersuchung bewies diesen Trend zum hochprozentigen Stoff: Nur 20 Prozent der Marihuana-Proben hatten einen THC-Gehalt unter zehn Prozent. So stark war früher nicht einmal das stärkste Haschisch. Der Großteil der Marihuanaproben hatte einen THC-Gehalt von zehn bis 20 Prozent und jede fünfte Probe enthielt sogar einen THC-Gehalt von über 20 Prozent. Das sind vier bis sechs Mal mehr als noch vor wenigen Jahren. [3]
„Gründe für den dramatischen Trend zu hochprozentigem Hanf sind unter anderem das verbesserte Know-how und Hightech-Indoor-Anlagen“, sagte Rudolf Brenneisen, Pharmazieprofessor an der Uni Bern. Die stärksten Sorten, das beweist die Untersuchung von „Kassensturz“, wachsen in geschlossenen Räumen. Versteckt vor den Augen der Justiz steuern Indoor-Produzenten in Kellern oder ganzen Fabrikhallen mittels Computer Licht, Wasser und Luft für diesen so genannten Indoor-Hanf. Unter solchen Bedingungen können die Produzenten bis zu fünf Mal pro Jahr ernten.
Aufgrund dieser deutlich höheren Mengen an Wirkstoff im Vergleich zum Standard von vor wenigen Jahren muss man heutzutage merklich weniger Marihuana oder Haschisch rauchen, um genauso high zu sein wie seinerzeit nach dem Konsum von wesentlich größeren Mengen. Wer heute noch nach wie vor genauso viel raucht wie vor vier oder fünf Jahren, der gibt sich signifikant mehr (Wirk-)Stoff als damals. Wenn also jemand, obwohl seit Jahren immer konstant gleichviel rauchend, sich heute eventuell viel schneller müde oder matt fühlt als früher, dann liegt das nicht unbedingt an der eigenen Konstitution, sondern die Ursache dafür kann sehr wohl einfach in der höheren Zufuhr von THC begründet liegen.

Quellen:
[1]
Eidgenössische Kommission für Drogenfragen (EKDF), Sektion Grundlagen und Forschung: Cannabis-Bericht, Bern, im Mai 1999, S. 22f.
http://www.eve-rave.net/abfahrer/download/eve-rave/bericht101.pdf
[2]
Datenquelle: Bundeskriminalamt (BKA), Rauschgiftjahresberichte 1996 bis 2000, Wiesbaden 1997 bis 2001, jeweils Abschnitt 2.3.2., Rauschgiftjahresbericht 2002, Wiesbaden 2003, Abschnitt E 1
http://www.bka.de/lageberichte/index-rg.html
[3]
Exclusiver Hanftest / „Kassensturz“, 26/11/2002
http://www.cannatrade.com/database/display-swiss.php?article=612&topic=1


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Hans Cousto ist Autor, Aktivist und Aufklärer. Sein neuestes Buch „DrogenMischKonsum“ (ISBN 3-03788-119-4; Nachtschattenverlag) bietet die wichtigsten Informationen zu den gängigen (Party-)Drogen. Cousto lebt schon seit vielen Jahren in Berlin, ist Mitbegründer von eve & rave Berlin und seit Jahren für eine humanere Drogenpolitik unterwegs.
Autor: Hans Cousto

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