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Kanada - Schritt für Schritt zur Legalisierung?
In Kanada haben Kiffer nun Hoffnung: seit 1998 wird das Cannabisverbot dort immer mehr gelockert. Die Regierung will Anfang nächsten Jahres einen Vorschlag für eine neue Cannabispolitik vorlegen. Steht Kanada kurz vor einer Legalisierung?
Publiziert am: 08.10.02 - Medienformen: Medienform Text


Lange 60 Jahre war berauschender Hanf sowie Nutzhanf in Kanada verboten. Doch seit dem Frühjahr 1998 ist der Anbau von Nutzhanf wieder legal. Dabei darf der Hanf jedoch höchstens 0,3 Prozent an Tetrahydrocannabinol enthalten. „Diese neue Feldfrucht hat ein riesiges Potential für die Schaffung neuer Arbeitsplätze in der Landwirtschaft, der Industrie, der Forschung und im Einzelhandel“, so der damalige Gesundheitsminister Allan Rock. Um Nutzhanf anbauen zu können, ist allerdings eine Genehmigung der Regierung – ähnlich wie hier in Deutschland – notwendig. Kontrollen sollen die illegale Verwendung von Hanf verhindern.

Im Juni 1999 folgte der nächste Schritt: Immer mehr Menschen, die an – meist - unheilbaren Krankheiten litten, erkämpften sich vor Gericht ihr Recht auf Cannabisgebrauch zur Linderung ihrer Leiden. Diese waren bisher gezwungen, sich illegal Cannabis selbst anzubauen oder es sich auf dem Schwarzmarkt zu besorgen. Erst mit einem wegweisenden Gerichtsurteil war der Weg frei für ein neues Gesetz. Der an epileptischen Krämpfen leidende Terry Parker erkämpfte sich in einem 23 Jahre dauernden Gerichtsstreit das Recht, Marihuana anzubauen und zu rauchen. Im Sommer 2000 entschied ein Berufsgericht in Toronto, dass ein Verbot von medizinisch begründetem Marihuanakonsum den Grundfreiheiten der kanadischen Bürger entgegenstand. Anders als in Deutschland reagierte die Kanadische Regierung 2001 mit einem neuen Gesetz auf die Gerichtsurteile: Eine Ausnahmeregelung erlaubt es seitdem vor allem Schwerkranken, sich Cannabis entweder selbst anzubauen oder es von einer anderen Person zu beziehen. Sie dürfen aber nicht mehr als einen Marihuanavorrat für 30 Tage besitzen. Der Bezug der schmerzlindernden Droge ist auch über den kanadischen Staat möglich. Dazu braucht jeder Kranke mit der Unterstützung eines Arztes eine Genehmigung beim Bundesgesundheitsministerium. Mehrere Dutzend Patienten hatten bereits vor in Krafttreten des Gesetzes, eine staatliche Genehmigung zum Besitz und Anbau von Cannabis erhalten.
Prairie Plant Systems Inc. sollte dem Gesundheitsministerium in fünf Jahren 1865 Kilogramm Marihuana für rund 5,7 Millionen Kanadische Dollar (4,5 Millionen Euro) anbauen. Prairie Plant züchtet seitdem Cannabispflanzen in einer 360 Meter tiefen, stillgelegten Kupfermine. Mit Hochtechnologie-Treibhäusern werden die Pflanzen aufgezogen und das gewonnene Cannabis wird zu Zigaretten verarbeitet. Das neue Gesetz von 2001 sah allerdings keine Legalisierung vor, zumal sich der Premierminister Jean Chretien dagegen stellte. Im Januar 2002 wurden 185 kg Cannabis erstmals geerntet und an Patienten ausgeliefert.

Doch Hanf blieb für Genusskonsumenten weiterhin illegal. Der Druck von Seiten der Bevölkerung wuchs weiter an, denn laut einer Umfrage befürworten 47 Prozent eine Legalisierung von Marihuana. Der kanadische Ärzteverband hatte schon im Mai 2001 die Umstufung von einer Straftat zur Ordnungswidrigkeit gefordert, um somit einer Entkriminalisierung näher zu kommen. Auch der Vorsitzende der kanadischen Konservativen Partei, Joe Clark, sprach sich für eine Entkriminalisierung von Cannabis aus. Ein Ausschuss des kanadischen Senats befasste sich deshalb mit der Frage einer Entkriminalisierung von Cannabis.
Dieser Ausschuss kam im Mai 2002 zu dem Ergebnis, dass eine Entkriminalisierung für eine humane Drogenpolitik nötig ist. Der Ausschuss traf die politische Feststellung, dass Cannabis nicht als „Einstiegsdroge“ zu harten Drogen zu bewerten ist. Cannabis solle „mehr wie Alkohol oder Tabak statt wie die härteren Drogen“ behandelt werden. Dass Alkohol und Tabak eine der härtesten Drogen sind, wurde nicht eingesehen. Der Ausschuss wollte noch mehrere Anhörungen dazu durchführen und Erfahrungen in Europa auswerten. Der Endbericht, der Anfang September erschien, enthält die Forderung nach einer Cannabislegalisierung. Die Regierung in Kanada befasst sich nun mit dem Senatsbeschluss, wird die nächsten Schritte in der Cannabispolitik allerdings erst im Frühjahr 2003 bekannt geben. Ein Ausschuss des Unterhauses wird im Oktober vermutlich nur eine Herabstufung zur Ordnungswidrigkeit fordern. Der Senatsausschuss fordert im Moment auch die Streichung von 600.000 kanadischen Kiffern aus dem Strafregister. Und am 13. Dezember wird der kanadische Strafgerichtshof sein Urteil darüber fassen, ob das Cannabisverbot mit dem Grundrechtekatalog der Kanadischen Verfassung vereinbar ist. Wie ihr seht, tut sich gerade sehr viel in Kanada. Bleibt also nur noch abzuwarten, ob bald auch Mounties legal kiffen können, Zeit wäre es jedenfalls. Das Hanf Journal bleibet für euch dran.
Katrin Schmidberger


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