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Büßen statt strafen

Die neuste Emnid Studie vom Juli 2002 über Cannabis bringt neue Zahlen in die Diskussion um die Legalisierung. 62,4 Prozent der 1007 Befragten sind demnach für eine Gesetzesänderung. Aber nur 13,2 Prozent für einen legalen Verkauf.
Publiziert am: 16.09.02 - Medienformen: Medienform Text


Noch im August 2001 ermittelte Emnid für die Landesarbeitsgemeinschaft Drogen in Berlin, dass nur 34 Prozent der Befragten für eine Entkriminalisierung von Cannabis sind. Diese teilten sich in zwei Gruppen auf. Einem Teil, der lediglich eine Straffreiheit forderte und einem weiterem, der die vollkommene Legalisierung wollte. Die meisten, nämlich 62 Prozent, sprachen sich damals dafür aus, die derzeitige Gesetzeslage nicht zu reformieren. Aufgrund der neusten Forderungen, Canna-biskonsum zu einer Ordnungswidrigkeit herab zu stufen, wurde die Umfrage erneut aufgelegt und mit dieser Frage erweitert.

Dabei kam eine kleine Überraschung heraus. Der größte Teil der Befragten sprach sich für die neu mit aufgenom-mene Variante aus. 36,4 Prozent waren der Ansicht Cannabiskonsum sollte mit Busgeldverfahren und Straf-verfahren geahndet werden. Nur noch 35,7 Prozent sprachen sich für eine weitere Verfolgung aus. Gegen staatliche Verfolgung waren 12,9 und für eine Legali-sierung 13,1 Prozent. Im Ganzen bedeuten diese neuen Erkenntnisse, dass 62,4 Prozent für eine Reform im Cannabisbereich sind.

Bei der Erhebung der Studien wurden die 1007 Personen zu Beginn der Befragung darauf hingewiesen, dass verschiedene deutsche Polizeipräsidenten ein Bußgeld-verfahren anstelle der bisherigen Strafverfahren bei Cannabisbesitz vorgeschlagen haben. Auch dies kann mit ein Grund dafür sein, dass diese Variante solch enorme Zustimmung bekam.

Leider sind die Zustimmungswerte für keine Strafver-folgung beziehungsweise für eine Legalisierung von 34 auf 26 Prozent zurückgegangen. Die neue Befragung hat ergeben, dass die Mehrheit eine Reform will. Eine Legali-sierung scheint aber immer noch in endloser Weite.



Joachim Eul, Geschäftsführer der LAG Drogen Berlin und Initiator der Studie, ist zufrieden mit den Ergeb-nissen. Er hat jetzt an alle im Bundestag vertretenen Parteien, an die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Caspers-Merk und an die Kanzlerkandidaten von SPD und CDU/CSU einen Brief geschrieben, mit der Auf-forderung die Ergebnisse der Studie in die Realität um zu setzen. Wir sind gespannt.
Autor: Werner Graf

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