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Wissenschaft:

Wie funktioniert Cannabis?
(Pub. September 2003)
Publiziert am: 02.09.03 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal september03 artikel Wie funktioniert Cannabis?

Viele Menschen haben Erfahrung mit Cannabis. Einige kennen sich sogar ziemlich gut mit Wirkung und Konsum-Mustern aus. Aber die wenigsten wissen, wie es eigentlich funktioniert. Woher kommt die Wirkung von Cannabis? Welcher Stoff wandert wo durch meinen Körper und hinterlässt dort was für Schäden?
All denen, denen hierzu keine zehn Fremdwörter einfallen, wollen wir endlich einmal eine fundierte Diskussionsgrundlage an die Hand geben, um mit all den Lügen dieser Welt aufzuräumen.
Der Hauptwirkstoff von Cannabis ist THC. Das wissen inzwischen sogar schon konservative Politiker. Von diesem THC gibt es viele verschiedene Abarten. Die unterschiedliche Zusammensetzung der einzelnen Wirkstoff- Derivate bedingt auch den unterschiedlichen Rausch beim Konsum verschiedener Cannabissorten (so z. B., dass Indica eher stoned und Sativa eher high macht).

Die Wirkstoffe werden beim Rauchen direkt aus den Lungenbläschen vom Blut Richtung Gehirn abtransportiert. Das Cannabis bleibt, entgegen der landläufigen Meinung, die davon ausgeht, dass es (Nerven)-Zellen zerstört, wo immer es vorbeikommt, so lange wirkungslos, bis es in die ihm bestimmte Hirnregion eintritt. Erst dort kann sich die Wirkung entfalten, denn Cannabis ist kein Nervengift, sondern benötigt einen speziellen Rezeptor, der, wenn er THC erkannt hat, die typischen Symptome selbst auslöst. Diese sind also keine Vergiftungserscheinung, sondern ein ganz natürlicher Vorgang, aber dazu gleich mehr.
THC hat keine Wirkung auf das vegetative (unbewusst lebenserhaltende) Nervensystem. Wahrscheinlich gab es deshalb noch keinen Marihuana-Toten. Die Orte, an denen das THC wirkt (und die von der Natur dafür vorgesehen sind!), sind hauptsächlich das für die Motorik zuständige Kleinhirn, der unter anderem die Gefühlswelt umfassende Hippocampus sowie die vordere Großhirnrinde, der Ort des Bewusstseins und Gedächtnisses. An all diesen Flecken im Hirn hat Mutter Natur Fühler eingerichtet, die darauf warten THC-ähnliche Stoffe aufzuspüren und daraufhin die bekannten Symptome auszulösen. Warum? Die Evolution erfindet doch nicht so ein komplexes System, nur uns drauf warten zu lassen, das der Besitzer dieser Rezeptoren mal high werden will. Nein. Tatsächlich ist es so, dass diese Rezeptoren, für den Kontakt mit Anandamiden, körpereigenen THC-Verwandten, ausgelegt sind. Das ist ein Botenstoff, den unser Körper in Zeiten der Entspannung einsetzt, um es sich mal so richtig gut gehen zu lassen (und den Alltag und Stress einen Moment zur Seite zu legen). Unser geliebter Hanf hat es nicht nur geschafft dieses körpereigene Allheilmittel passend nachzubauen (denn auch Mohn/Opiate sprechen körpereigene Rezeptoren an), sondern er bietet es sogar mit annähernd gleicher Nebenwirkungslosigkeit an.
THC ist somit die ungiftigste aller bekannten psychoaktiven Substanzen. Zum Vergleich: Bei Alkohol reicht es, die wirksame Dosis mal acht zu nehmen, um eine potenziell tödliche Dosis zu erhalten. Bei THC reicht vermutlich noch nicht einmal das 20.000fache der wirksamen Dosis um ernsthafte Schäden anzurichten.

Die Wirkung von Cannabis (und somit auch der Anamide) setzt sich aus den in den verschiedenen betroffenen Teilen des Gehirns entstehenden Wirkungen zusammen. Das bekiffte Kleinhirn beeinflusst die Bewegungskoordination. Die Bewegungen werden gedämpfter, bei hohen Dosen manchmal sogar problematisch. Der Hippocampus ist verantwortlich für die veränderten und oft in beide Richtungen extremeren Gefühlslagen. Hier entsteht der Effekt, dass Kiffen bestehende Stimmungen verstärkt. Die vordere Großhirnrinde wiederum ist der Verantwortliche für das verschlechterte Kurzzeitgedächtnis und die oft beschriebenen Bewusstseinsveränderungen.

So, jetzt wisst ihr Bescheid, lasst euch ja keine Ammenmärchen mehr erzählen!



Autor: Martin Schwarzbeck

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