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Das Hanf Journal-Wörterbuch für Drogensprachen

Dieses Mal: Ecstasy
(Pub. September 2003)
Publiziert am: 02.09.03 - Medienformen: Medienform Text


Das war ja schon ziemlich skurill, als wir euch letzten Monat die Kultur und Sprache der Alkis präsentiert haben. Aber jetzt wird es noch härter: Wir begeben uns ins dunkle pochende Herz der Technokultur. Hysterische und hemmungslose Gäste wohin man schaut. Überall wird getanzt, geschrien und gefickt bis der Arzt kommt. Alles ist erlaubt. Außer: schlechte Laune und nüchtern sein. Wer Schwierigkeiten hat Freunde zu finden ist hier gut aufgehoben. Solange bis man zu der, oft zu späten, Erkenntnis kommt, dass es wesentlich schwieriger ist die neu gewonnenen Freunde wieder loszuwerden. Um hier einigermaßen unbeschadet wieder rauszukommen, sollte man schon ein paar Grundbegriffe der Druffi-Sprache beherrschen und ihre wahre Bedeutung enträtseln können.

„Ich hab dich so lieb!!“ – Diese Aussage, die Tinky-Winkys, Dipsys, Laa-Laas und Pos Art der Kommunikation bedenklich ähnelt, hat im Prinzip keine Aussage. Es kann jeden treffen, der gerade in der Nähe ist. Dennoch ist es der beliebteste Spruch unter Druffis. Gut Zureden oder beruhigendes Summen sind die besten Mittel um die Situation nicht eskalieren zu lassen.

„Wie geht’s ’n dir grad so?“ – Wenn ihr nicht während der nächsten drei Stunden von unheimlich betroffenen und vor Zuneigung überschäumenden Leihmüttern umringt eure Lebensgeschichte psychologisch interpretieren wollt, gibt’s darauf nur eine Antwort: „Gut!“ (plus mindestens drei positive Adjektive im Superlativ).

„Ey, ich bin ja grad sooo druff!!“- Ein Ausdruck, der nur überdecken soll, dass im Gehirn des jeweiligen Konsumenten gerade eine beinahe unheimliche Stille vorherrscht. Dennoch sollte man vorsichtig sein, denn gerade jetzt ist die Wahrscheinlichkeit der Erkrankung an kommunikativem Nonsens erschreckend hoch.

„Da schlägt aber grad noch mal was voll heftich ein!“ – Nach einem solchen Spruch sollte man die Druffis auf keinen Fall aus den Augen verlieren. Es kann recht peinlich werden deine Freunde aus ihrer innigen Umarmung mit dem nächstbesten Lebewesen zu lösen (besonders wenn es hier um Türsteher oder unbeteiligte alte Frauen geht).

„Hey wir können noch alle zu mir gehen!“ – „Ist mir egal wie meine Bude nachher aussieht, lasst mich bitte bitte bloß nicht alleine!“ (Die meisten die diesen Spruch bisher gebracht haben, haben ihn spätestens Mittwochabend bereut, wenn immer noch keiner gegangen ist.)


Verhaltensregeln:
Um unter Ecstasy-Connaisseuren anerkannt zu werden, müsst ihr die Augen immer möglichst weit aufreißen und dabei so wahnsinnig gucken wie ihr könnt. Wenn ihr dazu noch die ganze Zeit an eurer Unterlippe nagt und zu allen Menschen so freundlich seid wie zur eigenen Mutter an Weihnachten, dann seid ihr auf jeder Technoparty so gut wie akzeptiert. Aber Vorsicht: Gähnen, sich räkeln oder sonstige Aktivitäten, die auf Ermüdungserscheinungen schließen lassen, ziehen schnell misstrauische Blicke nach sich.


Autor: Martin Schwarzbeck

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