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Menschen Drogen Sensationen
Anslinger die zweite
(Pub. Juni 2004)
Publiziert am: 09.06.04 - Medienformen: Medienform Text

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Letzten Monat haben wir euch ja schon ausführlich darüber aufgeklärt, wie unser verehrter Herr Anslinger es schaffte, das Image von Gras über Jahrzehnte hinweg in den Dreck zu ziehen und dafür zu sorgen, dass es in den USA faktisch verboten wurde. Doch wie schon gesagt, war ihm dies nicht genug, unser Herr Anslinger hat nämlich noch weitaus mehr auf dem Kerbholz. So forderte er zum Beispiel 1943, Jazzmusik zu verbieten, da diese offensiv für Drogen werbe.

Als 1944 der recht objektive LaGuardia-Report veröffentlicht wurde, der im Grasrauchen keine besonderen Gefahren erkennen konnte, drohte er, alle an dieser Studie Beteiligten ins Gefängnis werfen zu lassen.

Nachdem er sich mit seinen „Heldentaten“ im amerikanischen Drogenkrieg soweit profiliert hatte, dass man ihn schon als Führungsperson desselben ansah, sehnte er sich nach weiteren Tätigkeitsfeldern. Was liegt da näher, als direkt auf die internationale Bühne zu wechseln. 1947 wird Anslinger Mitglied der UN-Drogenkommission und beginnt sofort damit seine „Politik der Polemik“ auf die ganze Welt auszubreiten. 1948 baut er seine Verteufelungstaktik noch einmal komplett um und behauptet, Gras würde so friedlich machen, dass die Kommunisten damit den Kampfgeist der amerikanischen Armee untergraben könnten. Einige Jahre darauf behauptet er, dass Marijuana-Konsum früher oder später automatisch zu härteren Drogen greifen lasse. Damit entwickelte er ein Märchen, das sich noch bis heute in zahlreichen Köpfen hält.

Im selben Jahr, 1951, wurde Anslinger zum Vorsitzenden der UN-Drogenkommission und nutzte seine prominente Stellung, um darauf einzuwirken, dass die Weltgesundheitsorganisation Cannabis jeglichen therapeutischen Wert abspricht.

Zehn Jahre später, Anslinger hat immer noch dieselbe Stellung, schafft er es, seinen größten Coup durchzudrücken: Die Single Convention on Narcotic Drugs. Die besagt unter anderem, dass sämtliche Unterzeichnerstaaten den Hanf-Anbau komplett einstellen müssen und garantiert, dass nationale Legalisierungsversuche zuallererst mal gegen eine Wand aus internationalen Verträgen laufen. Ebendiese Single Convention wird auch heute noch gern von reformunwilligen Politikern als Schutzschild benutzt.

Ab 1962 werden die Zeiten allerdings härter für den Oberprohibitionisten. Ein Kongressausschuss interessiert sich für Korruptionsfälle und der liberale Präsident Kennedy kommt an die Macht. Anslinger verlässt infolge dessen das Federal Bureau of Narcotics. Nachdem er sich komplett von der politischen Bühne zurückgezogen hat, zeigt Anslinger endlich seine tatsächlichen Motive: „Sicherlich ist Marijuana eher harmlos. Aber die Sache war ein Beispiel dafür, dass ein Verbot die Autorität des Staates stärkt.“

Am 14.11.1975 verlässt Anslinger endlich diese Welt, allerdings nicht ohne uns ein sehr zweifelhaftes Erbe zu hinterlassen.



Martin Schwarzbeck


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