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Feierei an der Westfront - Münster update by eve&rave
(Pub. September 2003)
Publiziert am: 04.09.03 - Medienformen: Medienform Text


Wer ist eve&rave münster e.v. überhaupt?!
Nun, offiziell ein gemeinnütziger Verein zur Förderung der Technokultur & zur Minderung der Drogenprobematik. Zumindest steht es so geschrieben. In Wirklichkeit handelt es sich um eine Szene-Initiative, welche potenzielle Drug-User informieren und warnen möchte, sowie Tipps im Falle von Notsituationen im Zusammenhang mit Drogen gibt.
Einerseits ist eve&rave münster e.v. mindestens einmal im Monat in Münster auf elektroiden Tanzparties unterwegs. Dort bietet es Drogen-Info- & -Beratungsstände an. Doch auch auf Fortbildungen jeglicher Art, sei es zu pharmakologischen, juristischen oder kulturellen Aspekten des Drogengebrauchs, kann man diesen Verein antreffen. Selber bietet er auch Schüler- und Multiplikatorenfortbildungen an. Manchmal ist eve&rave sogar auf Kongressen vertreten, wo sich jener Verein für die Belange jugendlicher Subkulturen (wie es auch „die Kiffer“ sind) einsetzen.
Andererseits arbeitet der Verein eng mit Veranstaltern, Institutionen, Ärzten und Techno-Szene-Organisationen in ganz Deutschland zusammen. Ziel der Kooperation ist es die Qualität der Arbeit zu sichern und Einseitigkeit des Projektes zu vermeiden. Außerdem bildet eve&rave eine Brückenfunktion zwischen Institutionen und der Technoszene, dazu gehört z. B. die Vermittlung zu Angeboten der Drogenhilfe in entsprechenden Fällen.
Weitere Ziele sind die Umsetzung eines Safer-House-Konzepts für Technoparties. Dies beinhaltet entsprechende Räumlichkeiten wie Chill-Out-Bereiche, geschultes Personal und Veranstalter, denen am Wohl ihrer Gäste gelegen ist. So sollen unnötige Risiken auf Technoveranstaltungen minimiert werden.
Schwarzmarktdrogen sind weniger gefährlich, wenn sie auf Inhaltsstoffe überprüft werden dürfen, deshalb tritt eve&rave auch für Drug-Checking ein.

„Ätz, jetzt will da wieder einer erzählen, was gut und was schlecht für mich ist . . .“ Nö, will eve&rave nicht! Das muss schon jeder User selber wissen. Die Münsteraner wollen lediglich nur mitteilen, wo man sachgerechte und kompetente Informationen bekommt. Dieser Ansatz wird mit „akzeptanzorientierter Drogenarbeit“ betitelt (das Gegenteil von „Keine Macht den Drogen!“). In diesem Zusammenhang vielleicht noch ein kleiner Exkurs über den Begriff der „Drogenmündigkeit“: jener beinhaltet, dass jede Person selbst über sein Konsumverhalten entscheiden soll. Für eine differenziertere Meinungsbildung müssen allerdings genügend und vor allem sachgerechte Informationen zur Verfügung stehen (siehe Artikel Seite 6 und 7).

Die Vereinsmitglieder gehen selber gerne auf Parties jeglicher Art. Sie sind fast ganz gewöhnliche „Artgenossen“, die sich einfach gerne für ein erweitertes BewusstSein der Menschen engagieren. Da zunehmend die Tendenz zur Vermischung und gegenseitigen Bereicherung der Szenen besteht, wäre es unschlau, ja konservativ, sich nur auf ein Wirkungsfeld bzw. auf eine Szene alleine zu beschränken.
So kommt es dann auch zu einer ungewöhnlichen Konstellation. Die Mannschaft der eve&rave`ler aus Münster reicht vom 18. bis X-ten Lebensalter, von sechs bis zwölf Mitgliedern; von Rock und Punk über Reggea und HipHop bis hin zu House und Techno; von Frauen und Männern bis hin zu Aliens. Es macht fast den Eindruck, dass eve&rave münster e.v. auf skurrile Art und Weise alle jugendkulturellen Bereiche abdeckt. Aber dies auch nur fast, weil man kann ja nicht überall sein.
Der Verein beschäftigt sich also nicht nur mit Synthetika und Psychedelica, sondern auch mit Pharmaka, Tabak und natürlich Cannabis indica & sativa.

Der letzte Auftritt im Ruhrpott war auf der diesjährigen Mayday. Nächstes Jahr ist dann eine Kostprobe beim Stadtfest „Essen.orginal“ auf der elektronischen Meile und beim „Juicy Beats OA“ vertreten.

In Münster selbst ist es derzeit eher ruhig. Es gibt zwar hier und da so gennante „offene Drogenszenen“, aber „Drogenopfer“ stehen nicht gerade auf der Tagesordnung.
Nun ja, in den Semesterferien sind einfach nicht viele Menschen da. Natürlich ist die Stadt nicht ausgestorben. Aber man merkt schon, dass rund ein Drittel der Münsteraner Bevölkerung aus Studenten besteht. Dementsprechend gibt es hier viele Kiffer und viel Gras (größtenteils aus den Niederlanden, aber auch aus der Heimatzucht). Andere Drogen sind hier ebenfalls keine Seltenheit, eher im Gegenteil: Mindestens einmal am Abend kommt dir auf der Straße eine Horde sturzbesoffener Erstsemestler entgegen, die meinen ihnen gehöre die Welt und die ganze Stadt müsste das mitkriegen. Das war auch einer der Gründe, warum eve&rave einen Alkohol-Flyer herausgebracht hat, der bei der unten angegebenen Kontakt-Adresse erhältlich ist.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die Alltagsdrogen Alkohol und Cannabis, dessen Gebrauch mittlerweile auch nicht mehr so selten ist, das Stadtbild bestimmen. Die ganzen anderen Drogen wie Speed und Ecstasy, aber auch Koks und Heroin spielen ebenfalls eine dominante Rolle.
Als Drogen-Mekka kann man Münster vielleicht nicht bezeichnen, aber aufgrund der relativen Nähe zu den Niederlanden ist hier doch schon ein ziemlich intensiver Durchlauf an Drogen.

Contact:
eve&rave münster e.v.
Schorlemerstr.8
48143 Münster
Tel.: 02 51 – 4 92-58 89
Fax: 02 51 – 4 92-77 72
Büro- / Sprechstunde:
Dienstags 13 - 17 Uhr
www.eve-rave.de


Adam Zawadzki ist Mitglied bei eve&rave münster und wird ab sofort die Pott-Seiten des „Hanf Journal“ betreuen. Kontakt über redaktion.pot@hanfjournal.de
Adam Zawadzki
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