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Vernünftige Wege in der Drogenpolitik
– Legalisierung von Hanf?
(Pub. Dezdember 2003)
Publiziert am: 30.11.03 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 03dezember artikel Vernünftige Wege in der Drogenpolitik Legalisierung von Hanf?

Unter diesem Motto fand am 21.10.2003 im Offenbacher Bücherturm eine gut besuchte Podiumsdiskussion, gemeinsam organisiert von der Hanf-Initiative und der Grünen Jugend Offenbach, statt.

Vernünftige Wege in der Drogenpolitik wurden aufgrund ihrer Komplexität mehr angerissen als in konkreten Modellen erklärt. Max Plenert, drogenpolitischer Sprecher der GJ-Hessen erläuterte das progressive Abgabemodell der Drogenfachgeschäfte, mit streng einzuhaltender Altersbegrenzung und einer Art Drogenführerschein, der zum Erwerb in diesen von Fachleuten betreuten Läden notwendig wäre und eine eingehende Aufklärung vor den Erwerb stellt.
Sascha Drescher, drogenpolitischer Sprecher und Mitglied des Bundesvorstandes der Jungen Union vertrat die Nulltoleranzpolitik seiner Partei und empfahl verstärkt auf Präventionsmaßnahmen zu setzen und diese durch Tabak- und Alkoholsteuer zu finanzieren. Mathias Jensen vom Suchthilfezentrum Wildhof Offenbach sprach sich, im Publikum für eine Dekriminalisierung ohne Legalisierung aus. Wolfgang Mali, beschäftigt in der Offenbacher Jugendarbeit sprach sich gegen die Prohibition und zur Trennung der Märkte aus, weil „Dealer eben nicht nur Haschisch verkaufen“. Günther Merkens, www.drogenelend.de und für die Re-Legalisierung, griff scharf die Drogenhilfe als gewinnorientiert und kontraproduktiv an.

Neues an Argumenten war von den Befürwortern der Prohibition auf dem Podium oder im Publikum nicht zu hören. Längst widerlegte altbekannte Klischees, Unwahrheiten und Vorurteile wie „Haschisch als Einstiegsdroge“, „Hasch macht lasch“ oder „Wenn Haschisch legal wäre, würde mehr gekifft werden“ dominierten. Auch wurden immer wieder dubiose Studien ohne Quellenangabe in „In einer Studie wurde festgestellt, dass...“-Manier, allerlei teils amüsant Falsches wie „Cannabis lagere sich im Gehirn ab“ oder erschreckend Falsches „Cannabis verursache bzw. fördere Epilepsie“ angeführt. Dies beweist wieder mal, dass ein enormer Aufklärungsbedarf in der Bevölkerung bei den Jugendlichen ebenso wie bei den Erwachsenen besteht.

„Wir sind für die Re-Legalisierung von Cannabis gerade weil wir den Jugendschutz im Auge haben. Zwei bis fünf Millionen Kiffer, laut Schätzungen des BKA, die täglich ca. eine Tonne Cannabis konsumieren, zeigen, dass die bisherige Drogenpolitik vollkommen versagt hat!“ argumentierte Valentin Batlle (Battle????), Aktivist der Hanf-Initiative und www.zeig-dich.de. „Haschisch und Marihuana sind überall problemlos erhältlich. In den Niederlanden mit ihrer liberalen Drogenpolitik kiffen prozentual weniger Menschen als in Deutschland“, so Batlle (????) weiter. „Das wirklich Schädliche an Hanf“, stellte Jo Biermanski, Öffentlichkeitsreferent der Grünen Hilfe, fest „ist nicht der Wirkstoff THC, sondern die Kriminalisierung der Konsumenten, die niemanden schädigen, wo Lebensläufe zerstört, Familien und Ehen auseinandergebrochen, Existenzgrundlagen entzogen und gerade bei Jugendlichen die Möglichkeiten der späteren Berufsauswahl eingeschränkt werden.“ Abgesehen von der Überlastung der Gerichte, der Polizei und den enormen Steuergeldern, die hierfür verschwendet werden, ist eine wirksame Aufklärung eben nicht möglich, wenn gerade jugendliche Hanfgebraucher stigmatisiert werden und wegen zu erwartender Repressalien nicht offen in Schulen oder anderen Einrichtungen über Drogen reden - und dadurch aufgeklärt werden - können.
Sokratis Zacharopoulos, Sprecher der Hanf-Initiative, vertritt die Auffassung, dass ein aufgeklärter verantwortungsbewusster Umgang mit Drogen, legalen wie illegalen, möglich sei, eine drogenfreie Gesellschaft jedoch nicht.

Sokratis Zacharopoulos
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