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Zwischen "Druff-sein" und Drogenmündigkeit
(Pub. Mai 2004)
Publiziert am: 05.05.04 - Medienformen: Medienform Text


Immer wieder erzählen einzelne Musikströmungen und damit verbundene Jugendkulturen von der Suche nach neuen Entfaltungsmöglichkeiten. Doch nach einer anfänglichen Phase der Rebellion und der kreativen Gestaltung setzt rasch ein Prozess der Vermarktung und Vereinnahmung durch die Industrie ein.

Wolfgang Sterneck, Projektleiter bei Alice, The Drug- and Culture-Project und Autor von Büchern wie „Psychedelika“ und „Cybertribe-Visions“, erschienen im Nachtschatten-Verlag, beschrieb in seinem Vortrag an der Fachhochschule Frankfurt vom 17.03.2004 die Entstehungsgeschichte der Technokultur.

Ihre Wurzeln reichen zurück bis zu den Ritualen der Naturvölker, die sich durch das Tanzen zu Trommelrhythmen in Trance versetzten. Er stellte den Underground-Strömungen die Entwicklungen des Mainstreams gegenüber und spielte verschiedene charakteristische Musikstücke zur Illustration vor.

Am Beispiel der Love Parade in Berlin, die in den letzten Jahren jeweils rund eine Million Besucher anlockte, zeigte er auf, wie eine Gegenkultur, sobald ihr finanzielles Potenzial erkennbar wird, von der Industrie entschärft und vermarktet wird.

Und diese Kommerzialisierung schlage sich auch im Drogenkonsumverhalten der jeweiligen Gruppen nieder. Bereits ein Blick auf die Liste der Sponsoren mache heute deutlich, dass der Alkohol die hauptsächlich konsumierte Droge geworden ist, und das dort, wo zunächst Ecstasy seinen Siegeszug antrat. Egal ob Nature One, Time Warp oder Love Parade - die so genannten Alkopops oder auch längst angestaubte Getränke wie Jägermeister werden mit neuen Marketing-Strategien an den Raver gebracht und dominieren allmählich solche Events. Natürlich gäbe es immer noch die Goa-Partys, bei denen das Neurotoxin Alkohol eine untergeordnete Rolle spiele.

Sterneck erklärte, dass Techno in seiner heutigen Hauptströmung die unpolitische Grundhaltung großer Teile der Jugend in Westeuropa widerspiegelt, die weitgehend von einem Desinteresse an gesellschaftlichen Entwicklungen geprägt ist. Die Technokultur sei keine Kultur der Rebellion oder Verweigerung, sondern vielmehr eine Kultur des Rückzugs. Hieraus könne Kraft gewonnen werden, solange die Partys nicht den zentralen Lebensinhalt bildeten, was zu einer unreflektierten Wirklichkeitsflucht, meist einhergehend mit einem risikoreichen Drogenmischkonsum, führe.

Im letzten Teil seines vierstündigen Vortrages wurden am Beispiel von Basisorganisationen wie Eve&Rave oder Alice alternative Wege der Aufklärung und der sozialen Arbeit innerhalb der Szene diskutiert.

Infos: www.eve-rave.net; www.sterneck.net; www.alice-project.de

Sokratis Zacharopoulos


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