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Pro und Contra Cannabis
(Pub. Mai 2004)
Publiziert am: 05.05.04 - Medienformen: Medienform Text


„Was soll ein Verbot von Cannabis nutzen, wenn Kinder schon zur Kommunion das Schnäpschen vorgesetzt bekommen?“ und „Was verstehen sie schon von den Ängsten einer Mutter?“ Diese Einwürfe aus dem Publikum sind typisch, wenn es um das Reizthema Cannabis geht. Die Emotionen kochen hoch und zum Teufel mit aller Vernunft.

Dies bestätigte sich erneut bei der Podiumsdiskussion des Gießener Suchthilfezentrums im voll besetzten Netanya-Saal vom 30. März.

Zwischenrufe aus dem Publikum sind eines, doch was ist von angeblichen Therapiefachleuten wie Ronald Meyer, dem Leiter der stationären Selbsthilfeeinrichtung Fleckenbühl, ehemals Synanon, zu halten, der behauptet, dass Drogen unfrei machten und Schäden durch Cannabis gravierender seien als bei Heroin? Oder von Dr. Frank Löhrer, medizinischer Leiter der Fachklinik am Waldsee, der sogar behauptete, dass Cannabis-Konsum kognitive und motorische Ausfälle hervorrufen würde? Und von Werner Krebs vom Jugendhilfeprojekt Regenbogenland im Odenwald, der richterlichen Druck befürwortete, um positiv auf eine „Drogenabhängigkeit“ einwirken zu können?

Anstatt einer Antwort drängt sich uns an dieser Stelle eine Frage auf: „Wer schützt eigentlich die verschwindend geringe Minderheit der Konsumenten, die tatsächlich unter gesundheitlichen Problemen aufgrund ihres Cannabis-Konsums leiden, vor diesen Therapeuten?“

Jo Biermanski, Pressesprecher der Grünen Hilfe und selber seit 27 Jahren Cannabis-Konsument, wies darauf hin, dass sich die „Fachleute“ bei ihren Schilderungen auf Einzelfälle bezogen haben, da sie in ihren Therapieeinrichtungen mit den Extremen des Konsums konfrontiert sind. „Die große Masse der Kiffer“, kritisierte er weiter, „hat nur ein Problem und das ist ihre Kriminalisierung aufgrund des Betäubungsmittelgesetzes.“

Eric Knögel, Betreiber des Hanf-Ladens „Around the world“ in Wetzlar, wies darauf hin, dass die Zahl der Hanf-Gebraucher in den Niederlanden trotz oder gerade wegen der jahrzehntelangen liberalen Drogenpolitik geringer sei als in Deutschland.

Einig war sich das Podium nur in einem einzigen Punkt und zwar, dass bei jugendlichen Kiffern vor Beendigung der Pubertät besondere Vorsicht geboten sei. Jo Biermanski fügte hier einen entscheidenden Punkt hinzu: „Das ist kein spezieller Risikofaktor beim Kiffen, sondern gilt für alle Drogen, legale genauso wie illegale. Die Grüne Hilfe will gerade durch die Legalisierung einen verbesserten Jugendschutz überhaupt erst ermöglichen, doch dafür ist das Jugendschutzgesetz und nicht das Strafrecht zuständig.“

Eingeladen hatte Dr. Bernd Hündersen, Geschäftsführer des Gießener Suchthilfezentrums und Moderator der Diskussionsrunde. In seinem Schlusswort sagte er, dass es hier nicht um Richtig oder Falsch gegangen sei, sondern versucht wurde, allen Seiten Gehör zu verschaffen. Er forderte alle Beteiligten auf, gerade die Argumente wirken zu lassen, die den Betreffenden „. . . die Haare zu Berge stehen ließen“ und sich erst danach eine Meinung zu bilden.

Infos: www.gruene-hilfe.de; www.drogenberatung-giessen.de

 

Sokratis Zacharopoulos


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