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Grussworte von Hans-Christian Ströbele und Cornelia Reinauer
(Pub. Hanfparade 2004)
Publiziert am: 08.07.04 - Medienformen: Medienform Text

 
hanfjournal hanfparade Sa 04 artikel Grußwort von Christian Ströbele Mitglied des Bundestages
Hans-Christian Ströbele


Grußwort von Hans-Christian Ströbele (MdB)      


Liebe LeserInnen, liebe DemonstrantInnen,

die Hanfparade hat dieses Jahr ihren Höhepunkt in Friedrichshain-Kreuzberg. Das ist der Wahlkreis, der mich in den Bundestag gewählt hat, aber das ist auch der Berliner Bezirk, in dem die Forderung nach einer Wende in der Drogenpolitik zu Hause ist. Hanf darf nicht anders behandelt werden als Alkohol und Zigaretten.
„Gebt das Hanf frei!“ ist deshalb auch dieses Jahr wieder meine Losung für die Hanfparade.

Wir wollen die Diskussion auf Trab bringen. Die Risiken des Gebrauchs von Cannabis sind nicht größer als die von legalen Drogen. Ganz im Gegenteil. Cannabis und Marijuana bringen die KonsumentInnen in aller Regel nicht um, aber an den Folgen des Alkohol- und Zigarettengenusses sterben jedes Jahr Zehntausende. Trotzdem darf man für die legalen Drogen sogar öffentlich werben, mit subtiler psychologischer Werbung werden gerade Jugendliche verführt.
Fußballvereine lassen sich hemmungslos durch Alkoholwerbung sponsern. Fußballspiele im Fernsehen werden eingerahmt von Bierwerbung. Angesichts dessen erscheinen Kampagnen von SportlerInnen mit dem Titel „Keine Macht den Drogen“ wie Hohn und Spott.

Ich will niemand den Drogengenuss schmackhaft machen. Ich rate sogar dringend vom „Using“ ab. Aber das gilt für alle Drogen. Die Zunahme beim Drogenkonsum durch Kinder und jüngere Jugendliche ist alarmierend. Aber die Kriminalisierung verhindert diesen Konsum nicht, sie behindert sogar ein wirkungsvolles Gegenwirken.

Als Abgeordneter muss ich bekennen, wir sind im Bundestag der Legalisierung von Hanf keinen Schritt näher gekommen. Das liegt nicht an den Grünen. Uns fehlt für die Legalisierung der Koalitionspartner.
Dabei ist Hanf eine unglaublich vielseitige Ressource, zum Essen, zum Trinken, für Kleidung und als Medizin. Hanf könnte sogar Löcher in der Staatskasse stopfen durch die Erhebung einer Hanfsteuer. Und die immensen Kosten sinnloser Strafverfolgung und Strafverbüßung würden gespart, wenn die Kriminalisierung wegfällt.
Ohne dass wir weite Teile der Bevölkerung für unsere Forderung nach Legalisierung gewinnen, wird es keine Mehrheit im Bundestag geben. Erst dann werden die anderen Parteien sich nicht mehr verweigern. In Berlin gab es einen ersten Schritt: Die „geringe Menge“ wurde der im Norden geltenden angepasst. Leider wurde unseren Vorschlägen für einen legalen Verkauf nicht gefolgt.

Der Druck der Hanfparade, der Druck der Zivilgesellschaft muß deshalb stärker werden. Er ist unverzichtbar für einen Erfolg!
Kämpfen wir weiter für eine liberale Drogenpolitik. Mehr Prävention gegen jegliche Drogensucht, mehr Aufklärung und Hilfe muss sein. Aber auch ein Recht auf einen kleinen Rausch!

Euer Christian Ströbele

http://www.hans-christian-stroebele.de



 
hanfjournal hanfparade Sa 04 artikel Grußwort der Bezirksbürgermeisterin Friedrichshain-Kreuzberg
Cornelia Reinauer


Grußwort der Bezirksbürgermeisterin
Friedrichshain-Kreuzberg           


Als vor sieben Jahren in Berlin die erste Hanfparade stattfand, da war diese Demonstration eine unter den vielen, die einmal und dann nie wieder durch die Straßen ziehen. Doch aus dem einstigen lokalen Ereignis ist ein kontinentales geworden: Die Hanfparade ist heute europaweit die größte Demonstration ihrer Art und sie ist zugleich das größte Forum für alle Fragestellungen rund um das Thema Hanf.

Als Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg begrüße ich alle in die Öffentlichkeit getragenen Initiativen, über Drogen und den Umgang mit ihnen zu diskutieren.
Ich will nicht verhehlen, dass ich mit der bloß fordernden Parole „Legalize“, mit der der Konsum von Hanf als Genussmittel auf eine Stufe mit Alkohol, Kaffee, Nikotin gestellt und damit zugleich entkriminalisiert werden soll, einige Mühe habe und ihr auch mit großen Vorbehalten begegne.
Aus meiner jahrelangen Arbeit in der Kommunalpolitik und hier besonders im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, der als ein Problembezirk gilt, weiß ich nur zu genau, dass der Konsum so genannter weicher Drogen sich schon lange nicht mehr auf erwachsene und damit vermeintlich mündige und selbstverantwortlich handelnde Menschen beschränkt, sondern mehr und mehr auch von Kindern und Jugendlichen als eine Selbstverständlichkeit verstanden und praktiziert wird.
Richtig ist, dass die Legalisierung von Hanf dazu beitrüge, die Konsumenten zu entkriminalisieren und - um in einem Bild zu sprechen - jenen Tabakpflanzern gleichzustellen, die zugleich auch Tabak-Raucher sind. Es kann aber, so meine Überzeugung, nicht nur um Legalisierung mit dem Ziel der Entkriminalisierung gehen. Das ist eine einfache Parole und eine zu einfache Lösung.

Aber welches ist der richtige Weg?
Ich bin überzeugt, dass diese Fragestellung neben anderen auch auf einer der vielen Foren, in manchen Diskussions- und Redebeiträgen der diesjährigen Hanfparade angeschnitten wird. Und ich hoffe, dass die Reden und Diskussionen vielleicht gar neue Wege in einem öffentlichen Disput eröffnen, der mir insgesamt sehr festgefahren erscheint.

So heiße ich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Hanfparade 2004 in Berlin im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg willkommen, wünsche ihnen so rege wie kontroverse Diskussionen und auch bessere Witterungsbedingungen als im vergangenen Jahr, da die Parade wortwörtlich ins Wasser zu fallen drohte.

Cornelia Reinauer
Bezirksbürgermeisterin
Friedrichshain-Kreuzberg







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