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Fünf Jahre Hanf Journal
Fünf Jahre Cannabis in Deutschland
Publiziert am: 06.09.06 - Medienformen: Medienform Text


Das waren turbulente fünf Jahre, seit das erste Hanf Journal 2001 erschienen ist. Allein schon der Markt der Hanf-Zeitungen und -Magazine ist enorm in Bewegung geraten. Damals gab es die drei alt-ehrwürdigen: „Hanf“, „Grow“ und „Hanfblatt“. Die „Hanf“ ist dann relativ bald aus dem Rennen geflogen. „Grass Times“ und „Cannabis Kultur“ haben in den letzten fünf Jahren mal aus Übersee hier vorbeigeschaut und haben sich gleich wieder verabschiedet. Jetzt ist die „thcene“ neu dazu gekommen – da waren es wieder vier. Mal sehen, ob es jetzt erstmal bei dieser Konstellation bleibt.
Das Hanf Journal selbst hat ebenfalls sehr turbulente Zeiten hinter sich. Mal war`s ganz fett  mit riesigen Wagen auf der Hanfparade und zig Sträflingen drum herum und mit einer eigenen Messebeteiligung in Berlin. Und mal war`s eher bescheiden, wie am Anfang oder auch jetzt mit kleinerer Mannschaft und kleinerem Büro.
Jedenfalls war das Hanf Journal immer eine politische Zeitung, die sich hartnäckig für die Legalisierung eingesetzt hat und konkret auf Sachverhalte und Politiker eingegangen ist. Dabei wäre von einer kostenlosen, über Werbung finanzierten Zeitung eher flachBILD-Boulevard zu erwarten gewesen. Umso erfreulicher ist der hohe politische Anspruch des Hanf Journals.
Ausdruck dessen ist letztendlich auch der Deutsche Hanf Verband (DHV), der 2002 zunächst als Teil der Agentur Sowjet (Hanf Journal) gegründet und dann Ende 2004 in die Selbstständigkeit entlassen wurde.

Und die Politik?
Auf fünf Jahre Cannabis-Politik zurückblicken, macht leider derzeit nicht wirklich Spaß. Dabei fing alles gut an. Die Stimmung war bei der ersten HaJo-Ausgabe 2001 noch recht gut, auch wenn z. B. Pilze schon verboten und Führerscheine stark gefährdet waren. Dafür waren die Hanfparaden groß, es gab jede Menge Kiffer-Songs und ein paar aufgeschlossene Politiker. Beispielsweise konnten wir in Berlin eine große Debatte um Cannabis lostreten und das Abgeordnetenhaus hat daraufhin im Mai 2004 die „geringe Menge“ erhöht, um Konsumenten weniger zu verfolgen.
Doch kurz darauf hat sich das Blatt gewendet. Plötzlich war nur noch von bekifften Schülern und hohen THC-Gehalten die Rede. Cannabis war plötzlich wieder eine gefährliche Droge. Pseudowissenschaftliche Horrormeldungen wurden von den Medien gerne aufgegriffen, Sensation ist für sie dann doch besser als Sachlichkeit. Leute wie Thomasius wurden plötzlich als Experten gehört, als gäbe es ausschließlich Kiffer, die in psychiatrischen Einrichtungen dahinvegetieren. Immer krassere Konsummuster bei jungen Leuten  nicht nur, aber auch bei Cannabis – haben vermutlich ihren Teil zu diesem Bild beigetragen.
Und so läuft das jetzt seit zwei Jahren. In der Öffentlichkeit, in der Politik, in den Medien, überall hat sich ein erheblicher Wandel in der Meinung zu Cannabis vollzogen. Da ist es umso wichtiger, dass es noch Medien gibt, die diesen Trip nicht mitmachen und versuchen, sich dem Thema möglichst sachlich und kompetent zu nähern.
Ich hoffe, dass wir dann eines Tages über diese ganze Hysterie und das Hanf-Verbot von damals lachen können.


www.hanfverband.de
Georg Wurth