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Hanf in der Ukraine
EU-Maßstäbe sind hier fehl am Platze
Publiziert am: 08.03.10 - Medienformen: Medienform Text

Warum das Nützliche verbieten?*

Da die Hanf Journal Familie mittlerweile auch in der Ukraine ihre Finger im Spiel hat, können wir euch die dortige Situation rund um das Thema Hanf etwas näher beleuchten.
Die alte Nutzhanfkultur ukrainischer Bauern wird gerade wiederentdeckt
Früher war der Nutzhanfanbau in der Ukraine, so wie in fast allen osteuropäischen Staaten, sehr weit verbreitet. Die ukrainischen Sorten waren laut „Meyers Lexikon“ aufgrund ihrer starken Fasern als Handelsware sehr begehrt. Doch mit dem zunehmend schlechten Image des Hanfs ging, wie überall auf der Welt, auch in der Sowjetunion die Anbaufläche nach dem zweiten Weltkrieg stark zurück. Doch das ändert sich allmählich wieder, denn die Frage nach großem industriellen Hanfanbau drängt sich in der Ukraine geradezu auf. Schließlich ist das Klima in weiten Teilen des Landes für einen großflächigen Anbau geradezu prädestiniert.
1100 Hektar sind mittlerweile für die bodenverbessernde Nutzpflanze von der Regierung zum Anbau freigegeben. Jedoch wird durch die fast unmöglich zu erfüllenden Auflagen von Staatsseite nur weniger als die Hälfte dieser Flächen genutzt. Eine 24-stündige Bewachung der Hanfpflanzen, die nur einen THC Gehalt von unter 0,0015ng/Gramm (entspricht 0,15%) besitzen dürfen und somit nicht einmal eine Fliege anfetten können, sind neben der Entfernungsgrenze von fünf Kilometern zur nächsten Straße staatlich verordnete Sicherheitsauflagen.
Auch Kiffen ist „in“
Dennoch ist der Gebrauch des Pflanzenmaterials potenteren Cannabis in der Ukraine keine Seltenheit. Bis zu zehn Pflanzen sind dabei die Grenze zur Straftat. Wird man erwischt, sind die Pflanzen weg und eine Bußgeldzahlung von 200 US$ wird verlangt. Angebaut wird meist Outdoor, da die Indoor-Anbauszene noch in den Kinderschuhen steckt, wächst sie trotz Illegalität und Angst vor möglichen Strafen. In der Hauptstadt und in den größeren Städten wie Odessa oder Liv gibt es schon „Rasta-Shops“, die mit den hiesigen Head-Shops vergleichbar sind. In der Ukraine ist vor allem die Korruption der Polizei ein Kriterium:
Wird man mit einem Rauchpiece bis zu fünf Gramm erwischt, so ist eine Strafe in Höhe von 100 US$ fällig. Die kassiert die Polizei meist direkt, ohne Quittung oder sonstigen Beleg.
Darüber hinaus wird es für sozial schwache Bürger eher brenzlig. Wer im großen Stil die Finger im Spiel hat, sorgt bei den lokalen Behörden vor. Die Binnenwährung der Ukraine, die Hrywnja, ist nicht konvertibel und so ist das eigentliche Zahlungsmittel der US$. Hanfsamen unterliegen in der Ukraine keiner Reglementierung und so kennt und liebt die kleine Gemeinde der Indoor-Grower mittlerweile auch die agierenden Samenbanken wie Nirvana, Paradise Seeds, Sensi Seeds oder Dutch Passion. Viele sind interessiert, aber kaum informiert und mit den Kunstlicht-Techniken hiesiger Hanfbauern noch nicht vertraut. Aktivkohlefilter mit entsprechenden Absauglüftern sind noch weitestgehend unbekannt, Sea of Green oder Scrogging noch Zukunftsmusik, Hanfliteratur gibt erst seit dem Erscheinen der Konopliana Prawda und ein ukrainisches Growbuch ist auch noch nicht in Sicht. So verwundert es nicht, dass sich daher die meisten ambitionierten Hobbygärtner noch lieber samentechnisch von Freunden unterstützen oder sich im Weed gefundene Samen geben lassen, um anonym im Freien anzubauen. Somit ist Ende August die ukrainische Erntezeit der unterschiedlichsten Sorten. Diese stammen oft aus zweiter, dritter Generation von den erwähnten Samenbanken. Blueberry, White Widow, Aka 47, Haze und Satori sind die bekannten Mütter der ukrainischen Eigenentwicklungen, die dann gerne einen eigenen wohlklingenden Namen wie Polar Star, Khali‘s Bridge, Perun, Unbowed Ternopilchanka von ihren lokalen Breedern verliehen bekommen. Die Ernte ist dann meist gegen Ende des Frühjahrs aufge(b)raucht und die Schwarzmarktpreise steigen dann unerbittlich bis zur kommenden Ernte an.
Wir freuen uns weiter auf ukrainische Sorten - drinnen wie draußen!. Lest hierzu auch unser Interview mit dem Chefredakteur der Konopliana Pravda im aktuellen Hanf Journal.


Zur Konoplyana-Pravda


*sinngemäße Übersetzung - Alte ukrainische Hanfwerbung