breitspiele
Keep Cool
Publiziert am: 11.01.05 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 05januar artikel breitspiele Keep Cool

Malariaepidemie in China, Erdrutsche in Zentralasien, Meeresspiegel-Anstieg weltweit, Lawinenkatastrophe in den Alpen, Korallensterben im Pazifik. Meldungen, die fast schon alltäglich sind. Im Spiel „Keep Cool“ aus dem Hause Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) sind es solche Ereignisse (Treibhauskarten), die den drei bis sechs Mitspielern das Leben schwer machen. Als Vertreter der USA, OPEC, ehemaligen Sowjetunion sowie der Schwellen- und Entwicklungsländer haben sie nur ein Ziel: Das Klima aufs Spiel setzen und dabei noch zu gewinnen. Wie? Indem sie ihr wirtschaftliches Ziel (eine bestimmte Anzahl von Fabriken auf dem Spielplan) und ihr geheimes politisches Ziel (z. B. Ölindustrie aufbauen, Entwicklungshilfe aufzubauen oder neue Technologien zu entwickeln) erreichen. Das funktioniert allerdings nur in Zusammenarbeit mit den anderen, wobei man sein eigenes Ziel nie aus den Augen verlieren darf. Soweit so gut. Wären da nicht die Treibhauskarten und vor allem das Karbometer mit den Kohlechips, die den Stand der Welttemperatur anzeigen. Und die steigt, vor allem weil die Kohlechips auch als Einkommen für alle schwarzen Fabriken dienen. Je mehr schwarze Fabriken also in Betrieb sind, umso schneller steigt die Temperatur. Sobald sie im „roten Bereich” ist, kommt die Klimakollaps-Karte ins Spiel. Gelingt es den Mitspielern dann nicht mehr, die Temperatur wieder zu senken, indem sie zum Beispiel schwarze Fabriken abreißen und dafür grüne bauen, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis es zum Kollaps kommt. Noch schneller siegt die Klimakatastrophe, wenn der letzte Kohlechip vom Karbometer entfernt wird.

Ein gutes Spiel, bei dem man im Begleitheft auch etwas über den wissenschaftlichen Hintergrund erfährt, arbeiten die Autoren doch im PIK. Man kann es aber auch bleiben lassen und auf kommunikative und spannende Weise einfach cool bleiben.

Note: 2

Kerstin Koch & Veith Schnetker