Aus Hanf, mit Hanf, vom Hanf inspiriert – Die Hanf-CD
(Pub. August 2003)
Publiziert am: 03.08.03 - Medienformen:


Paul Benhaim wandelt weiterhin auf Pionierpfaden: Der Erfinder des Hanfmüsliriegels „9bar“ hat mit der ersten „Hanf-CD“ wieder ein Produkt in die Welt gesetzt, das Zukunft haben könnte. Die in Australien aufgenommene CD von „Fields of Green“ ist zwar nach wie vor ein Kunstprodukt, wie es auch die Mainstream-Industrie in die Regale der Musikläden bringt. Aber die Hülle, das Cover und selbst einige der Instrumente, auf denen die Lieder gespielt werden, sind größtenteils aus Hanf. Die österreichische Firma Zellform hat die Digderidoos hergestellt, auf denen Benhaim höchstpersönlich entspannende Melodien erklingen lässt.
Martin Ernegg, Geschäftsführer bei Zellform, sagt, dass der aus Hanffaser und Wasser produzierte Werkstoff für die Instrumente ohne jegliche Zusatzstoffe auskommt. „Kein Harz, kein Kleber, nur Hanf und Wasser“, resümiert Ernegg das Ergebnis jahrelanger Forschung. Zellform, das auch Möbel, Gitarrenkörper und weitere konventionell aus Holz gefertigte Produkte in der Palette hat, vermindert so die Rodung der für Didgeridoos traditionell verwendeten Eukalyptusbäume. Denn der immens wachsende Import der Musikinstrumente der australischen Aborigenees nach Europa und in die USA gefährdet den Baumbestand der Eukalyptusriesen.
Doch bislang ersetzte Zellform nur das Holz für größere Körper statt für die kleinen quadratischen CD-Hüllen. Eine CD-Hülle aus dem „Hempstone“ genannten Werkstoff herzustellen, sei schwieriger, so der Zellform-Geschäftsführer Ernegg. Dazu fehle die massenkompatible Infrastruktur, dämpft er allzu hohe Erwartungen an einen schnellen Siegeszug der Hanf-CD im Massenmarkt.
Daher ist die erste Hanf-CD auch vorerst nur in limitierter Auflage erhältlich. Rund 100 Stück der raren Tonträger hält die Firma Hempro in Düsseldorf zum Verkauf bereit. Unter www.hanfhaus.de sind die CDs ab sofort bestellbar, zum Preis von 19,90 Euro. Zehn Prozent des Preises werden in die Weiterentwicklung des Hanf-Plastik-Gemisches investiert, aus dem der nussbraune Teil der CD-Hülle hergestellt ist. Die durchsichtige Hülle ist nach wie vor aus Hartplastik. Um sie zu ersetzen, ist noch kein adäquater Hanfstoff entwickelt worden.
Hempro-Geschäfstführer Daniel Kruse, der den Vertrieb für Deutschland exklusiv hält, bezeichnet die neuen CDs als „Imageprodukt“. Soll heißen: Mit der Didgeridoo-CD soll der Appetit auf mehr Hanf-CDs geweckt werden. „Ein paar Dutzend“ der CDs seien bereits verkauft, so Kruse.
Auf der „Cannabusiness“ in Castrop-Rauxel, der größten deutschen Messe rund um den nachwachsenden Rohstoff Hanf von 12. bis 14. September 2003, wird „Fields of Green“ erstmals einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt. Davon erhoffen sich Hersteller und Vertreiber eine Signalwirkung – möglicherweise auch für den Massenmarkt.
Noch ein Wort zur Musik auf „Fields of Green“: Zur Hintergrundmusik in gemütlicher Runde oder zum Versinken in den Klangspiralen des charakteristischen Sounds der Didgeridoos ist die Musik bestens geeignet. Untermalt mit Harfe, Flöte und Gitarre, begleitet von einem an Mantras erinnernden Singsang holt Benhaim Gefühle von magischen Abenden im Outback und am Ayers Rock ins Wohnzimmer. Easy going.

Sebastian Sedlmayr