wirtschaft
Der Weg zum Vaporizer (II)
(pub. dez.02)
Publiziert am: 19.12.02 - Medienformen:
bushplanet.tv


Das Patent zum Vaporizer war erteilt und alle Vorbereitungen zur Serienproduktion getroffen, als man auch bei einem großen deutschen Konzern von dem neuen Gerät hörte. Und anstatt sich auf die Serienfertigung seiner Erfindung zu konzentrieren, mußte Frank Fuchs nun erst einmal Gerichtsakten studieren. Denn der Chemie- und Pharmakonzern Hoechst, der den „Atomizer“ herstellte, beanstandete die Namensähnlichkeit von Franks Inhalator.
Nur ein Don Quixote kann gegen solche Riesen kämpfen. Frank benannte seinen Inhalator der Einfachheit halber in „Vaporizer“ um und der Weg zur Vermarktung stand offen.
In Medizinerkreisen hatte sich längst herumgesprochen, dass es mit dem „AroMed Vaporizer“ ein neuartiges Gerät gab, dessen Anwendung das Umgehen zahlreicher medizinischer Probleme ermöglichte. Denn zum ersten Mal konnten Wirkstoffe aus Heilpflanzen und –kräutern gezielt extrahiert werden, ohne alkoholische Lösungen, ohne technisch komplizierte (und somit teure) pharmazeutische Verfahren oder ungenaue Räuchertechniken anzuwenden. Und so bildeten sich von Berlin bis Havanna Forschungsgruppen von Ärzten, die die Möglichkeiten einer systematischen Arbeit mit dem „Vaporizer“ an ihren Patienten über längere Zeiträume untersuchten.
Speziell auf Kuba, wo man natürlich auf eine kostengünstige medizinische Versorgung angewiesen ist, laufen schon seit 1998 mit großem Erfolg ausgedehnte Feldversuche zum Einsatz des „AroMed Vaporizers“.
Und so ganz nebenbei entdeckten natürlich auch die Kiffer die Vorteile von Franks Erfindung. Keine Tabakkrümel auf der Zunge und kein Teer in der Lunge, keine Bong mit syphigem Wasser, keine verstopften Pfeifen – und auch noch Geld gespart. Denn wenn nicht inhaliert wird, wird auch nichts verbrannt: 1998 wurde der „AroMed Vaporizer“ zu Franks Überraschung zum besten Paraphernalia Artikel der CannaBusiness gewählt.
Denn wo früher die Fliegen unter der Stubendecke die Hälfte des verbrannten Wirkstoffes abbekamen, um dann selig um die Deckenlampe zu kreisen, da sorgt nun die elektronische Steuerung des „AroMed Vaporizers“ dafür, daß die eingesetzten Heilkräuter nur für den kurzen Moment des Inhalierens, und das auf den Punkt genau, auf die optimale Temperatur erhitzt werden. Das heißt, dass nur die Wirkstoffe entzogen werden, die sich bei der eingestellten Temperatur verflüchtigen und das auch nur für genau den Zeitraum, für den sie benötigt werden. Kein unnützes Verdampfen mehr.
Was da so verdampft wird und wie man’s macht, dann im nächsten Heft.
Pol Sax