wirtschaft
A.H.EU zeigt sich der Öffentlichkeit
(pub. okt.02)
Publiziert am: 08.10.02 - Medienformen:
bushplanet.tv


Auf der CannaBusiness 2002 wurden dieses Jahr nicht nur neue Produkte vorgestellt, sondern erstmals auch die beiden neu gegründeten Wirtschaftsverbände für die Hanfbranche. Lange hat es gedauert, bis endlich einmal Schwung in die Szene kam. Und nun gibt es gleich zwei. Die Arbeitsgemeinschaft der Hanfwirtschaft in Europa (A.H.EU) und den Deutschen Hanf Verband (DHV). Da das Hanf Journal schon des Öfteren vom DHV berichtet hat, wollen wir nun hier einmal die A.H.EU vorstellen.

Seit dem letzten halben Jahr tut sich was in der Hanfbranche. Zwei neue Verbände erschienen aus dem Nichts. Einer davon ist A.H.EU. Ein eingetragener Verein, der versucht die Gemeinnützigkeit zu erlangen. Doch letzteres scheiterte bisher an der Auffassung des Ordnungsamtes, dass ein Wirtschaftsverband die Kriterien hierfür nicht erfüllen würde.
Prinzipiell ist der A.H.EU noch sehr in den Geburtsstiefeln. Zwar ist es ihm nach eigenen Angaben gelungen einige Mitglieder zu werben, dennoch stehen konkrete Projekte noch an. Dies ist aber auch durch die Verbandsstruktur bedingt, erklärte Dirk Bußler, Vorsitzender der A.H.EU. Der Verband will zuerst einmal abklären, welche Interessen bei den Mitgliedern im Vordergrund stehen und danach handeln.
Prinzipiell setzt die Arbeitsgemeinschaft sehr auf die Mitarbeit ihrer Mitglieder. Bei politischem Lobbyismus stellt sich Dirk Bußler ein konkretes vorgehen vor. Nicht nach „Hunzinger- und Vettelers-Methoden“ wolle er vorgehen, sondern klar und offen. So sollen beispielsweise bei Anfragen von Politikern die betroffenen Mitglieder um Rat gefragt werden und anschließend sachkundige Auskunft erteilt werden. Einfluss auf Grund von Beziehung will Dirk Bußler vermeiden. Er will eine „saubere“ Lobbypolitik betreiben, die nicht von Personen abhängig ist. Auf der Abendveranstaltung des A.H.EU forderten jedoch einige Teilnehmer, dass ein reines Warten auf Anfragen von Politikern nicht ausreichen kann. „Wir müssen da schon hingehen und unsere Forderungen stellen“ so ein Diskutant.
Ein Projekt hat Dirk Bußler noch im Sinn. Er will einen „Grünen-Punkt“ in der Hanfbranche einführen. Die Head- und Growshop´s sollen „Briefmarken“ im Wert von 0,10 bis 2,00 Euro erwerben können. Diese sollen dann beim Verkauf von Produkten mitverkauft und auf den Endpreis aufgeschlagen werden. Die damit eingenommenen Gelder sollen in einen Fond fließen. Ein Beirat, der mit Prominenten der Szene besetzt ist, soll anschließend entscheiden, was mit den Geldern passiert. Wann genau dieses Projekt startet und wer in dem Beirat sitzt, konnte bis jetzt noch nicht gesagt werden.
Die A.H.EU sieht ihre wichtigste Aufgabe wohl im Vernetzten der einzelnen Firmen und Verbände. Denn gerade dies sei nötiger denn je. Und so zielt die A.H.EU neben der Mitgliedschaft von Firmen auch auf die von Organisationen wie der Grünen Hilfe ab. Über die Tatsache, dass es zwei Verbände gibt, ist Dirk Bußler unglücklich. Doch gerade das ist derzeit eine Tatsache. Was sich noch alles verändern wird, werden die nächsten Monate zeigen.
Werner Graf